2019
 

Maria Lassnig und Arnulf Rainer während einer Ausstellungseröffnung in Wien, 1999, Foto: Heimo Rosanelli

14.06.2019 - 01.09.2019:

LASSNIG - RAINER. Das Frühwerk
Maria Lassnig und Arnulf Rainer zählen zu den erfolgreichsten Künstler_innen Österreichs. Lassnig würde heuer ihr 100. Lebensjahr begehen, Rainer feiert seinen 90. Geburtstag. Beide lernten sich 1948 in Klagenfurt kennen. Ihre gemeinsam verbrachten Jahre prägten ihr künstlerisches Werk grundlegend. Die Ausstellung veranschaulicht künstlerische Annäherungen, aber auch jeweils individuelle Ausdrucksformen. In ihrem Frühwerk schufen sowohl Lassnig als auch Rainer surrealistische Zeichnungen. Ab 1951 reisten sie mehrmals gemeinsam nach Paris. Die neu aufkommenden informellen Tendenzen inspirierten sie zu völlig neuen Ausdrucksmöglichkeiten. Lassnig schuf bereits ab 1947 erste Körpergefühlszeichnungen, die sie Introspektive Erlebnisse nannte. Nach der Parisreise arbeitete sie an informellen Monotypien und nannte ihre Werke Amorphe Automatik, Statische Meditationen und Stumme Formen. Rainer verfasste nach seiner Rückkehr den theoretischen Text Malerei, um die Malerei zu verlassen. Er schuf Mikrostrukturen, Blindzeichnungen, Zentralisationen, Kruzifikationen und Vertikalgestaltungen. Sowohl Lassnigs Flächenteilungen als auch Rainers Proportionen liegen geometrische Ordnungsstrukturen zugrunde. Ab 1954 gingen die beiden definitiv eigene Wege. Während Rainer seine Übermalungen in Otto Mauers Galerie nächst St. Stephan ausstellte, zeigte Lassnig ihre Serie Kopfheiten in der Galerie Würthle. Die Schau zählt etwa 120 Kunstwerke und wurde von zahlreichen Museen, Galerien und privaten Leihgeber_innen sowie der Maria Lassnig Stiftung unterstützt. Viele Arbeiten von Maria Lassnig sind erstmals seit über 50 Jahren zu sehen. Die Ausstellung entstand in Kooperation mit dem LENTOS Kunstmuseum Linz. Zur Ausstellung erscheint ein reich bebilderter Katalog im Verlag der Buchhandlung Walther König, Köln. Mit einem Vorwort von Hemma Schmutz und Christine Wetzlinger-Grundnig, Texten von Monika Leisch-Kiesl, Natalie Lettner, Brigitte Reutner und Robert Fleck.



07.02.2019 - 19.05.2019:

Tomas Hoke. KOSMOS 4D. Retrospektive 1976-2019
Tomas Hoke (*1958, Wien) studiert von 1978–81 an der Hochschule für Angewandte Kunst in Wien, danach ist er freischaffend tätig. Heute lebt und arbeitet der Künstler in Wien und auf Schloss Saager in Kärnten und unterhält seit 1997 ein Atelier auf dem Industriegelände der Berndorf AG in Niederösterreich. Tomas Hoke hat in den vergangenen 40 Jahren ein umfangreiches Oeuvre geschaffen, das sich auf die Bereiche Schmuck, Grafik, Fotografie und insbesondere Skulptur, Installation sowie Kunst im öffentlichen Raum bezieht. Darüber hinaus ist der Künstler auch selbst als Kurator tätig und im Kunstbetrieb engagiert. Grafik und Plastik – die in einem weiten, modernen Materialspektrum, von Metall über Gummi bis Neonlicht, und abstrakter, technoider Formensprache entsteht – entwickeln sich parallel. Beide beruhen auf der Auseinandersetzung mit dem menschlichen Körper, seinen Verhältnissen, seinen Eigenschaften und Möglichkeiten. Die Reflexion der Physiognomie, die Auseinandersetzung mit dem menschlichen Mikrokosmos, mit Hirnforschung und Neuroästhetik, bedingen die formale und materielle Erscheinung sowie den Charakter der Werke: assoziative, symbolische Formen, konfrontative, interaktive Objekte, kinetische, pneumatische, akustische Installationen, die als Vehikel der Wahrnehmung die visuellen, taktilen und auditiven Sinne ansprechen. Monumentale Metall-Skulpturen entstehen im Spannungsfeld der Überschreitung der Körpergrenzen in den Raum, dem Übergang vom Mikro- in den Makrokosmos als Ort der Relationsverschiebungen, aber auch der gesellschaftlichen Wechselwirkungen. Zentrales Arbeitsgebiet ist die Kunst im öffentlichen Raum, die sämtliche Fragestellungen, denen der Künstler sein Schaffen verschrieben hat, zusammenführt: selbstreferentiell-kunstbezogene, politische und soziale, architektonisch-räumliche und bautechnische Überlegungen spielen eine Rolle, und der Mensch, als biologisches und philosophisches Wesen, als Einzelner oder in Interaktion mit anderen, steht zur Bedingung formalästhetischer sowie funktioneller, künstlerischer Realisationen. Zur Ausstellung erscheint im Ritter-Verlag eine umfangreiche Monografie.


 2018
 



25.10.2018 - 20.01.2019:

Iris Andraschek & Hubert Lobnig
Die Ausstellung „Empfindliches Gleichgewicht“ präsentiert in zehn Räumen sowohl das autonome Schaffen, als auch gemeinsame Projekte der beiden Künstler_innen Iris Andraschek und Hubert Lobnig. Obwohl die beiden Akteure grundsätzlich voneinander unabhängig arbeiten, finden sie immer wieder an gemeinsamen Schnittpunkten ihrer Kunst zusammen. Im Fokus ihrer künstlerischen Arbeit steht der Blick auf die Gesellschaft und deren Wandlung. In der Auseinandersetzung mit der zeitgenössischen Realität thematisieren die beiden Künstler_innen oft brisante Problematiken wie Migration, Genderthemen oder den Wandel politischer- sowie sozialer Ordnungen. Dabei werden die Auswirkungen und Reaktionen kritisch hinterfragt und zu ergründen versucht. In alternativen Gegenmodellen jenseits kollektiver Richtlinien kontrastieren die Künstler_innen die gesetzten Vorgaben gesellschaftlicher Strukturen und schaffen einen Konfrontationsnimbus von Utopie und Realität. Bezeichnend für die beiden Künstler_innen ist vor allem ihre ortsbezogene Arbeit. So nimmt auch die Ausstellung im Museum Moderner Kunst Kärnten Bezug zur Historie des Gebäudes und stellt die Werke in den Kontext der sogenannten „Burg“ in Klagenfurt sowie der Region Kärnten als speziellem, kulturellem und politischem Raum. Zur Ausstellung erscheint im Verlag für moderne Kunst ein umfangreicher Ausstellungskatalog in deutscher und englischer Sprache.



14.06.2018 - 06.10.2018:

Das andere Land. Kärnten | Koroška in Wort und Bild
In Kärnten wird viel und gerne über Kärnten nachgedacht. Der 100 Jahre zurückliegende „Kärntner Abwehrkampf“ und die auf ihn folgende Volksabstimmung von 1920 sind die historischen Ereignisse, von denen ausgehend sich das „Kärntnertum“ in immer neuen Wiederholungen zu definieren versucht. Kärnten ist aber auch ein Land der Literatur und der Kunst, der Künstlerinnen und Künstler, die auf das Land, seine Konflikte und Widersprüche, seine Lasten aus der Geschichte und Potentiale für die Zukunft einen „anderen“ Blick werfen, der sich nicht selten in kritischer Auseinandersetzung mit den üblichen Mustern schärft. Die Ausstellung „Das andere Land“ versucht, die Blickweisen von bildender Kunst und Literatur in einen produktiven Dialog zu setzen und für neue Perspektiven fruchtbar zu machen. Ausgewählte Kunstwerke aus der Kunstsammlung des Landes Kärnten/MMKK werden mit Texten aus dem Kanon der Kärntner Literatur so in Szene gesetzt, dass sie ihren vielfältigen Kommentar auf das so genannte „Kärntner Wesen“ entfalten. Begleitet von kommentierenden Texten und Soundzuspielungen erzählt die Ausstellung über Begriffe und Themen, die im kollektiven Kärntner Bewusstsein (und Unbewussten) eine zentrale Rolle gespielt haben oder spielen: „Das Landle“, „Die Hamat“, „Das Liad“, „Die Liab“ etc. In diesem Sinn soll die Ausstellung zu einem neuerlichen kritischen Nachdenken über die unbefragten (und unbewältigten) Voraussetzungen des Denkens und Lebens in dem Land anstoßen, wobei Humor und Ironie eine wichtige Rolle spielen, um sich von unnötigem historischem und ideologischem Ballast zu befreien. Mit Texten von Primus Lessiak, Josef Friedrich Perkonig, Ingeborg Bachmann, Peter Handke, Florjan Lipuš, Maja Haderlap u. a. sowie bildnerischen Werken von Markus Pernhart, Switbert Lobisser, Hermann Poschinger, Maria Lassnig, Cornelius Kolig, Gudrun Kampl u.v.a.m. Kuratiert und inszeniert von Christine Wetzlinger-Grundnig und Bernd Liepold-Mosser. Zur Ausstellung erscheint ein Katalog im Verlag Johannes Heyn mit ca. 240 Seiten, Textbeiträgen von Bernd Liepold-Mosser, Christine Wetzlinger-Grundnig u. a., mit literarischen sowie Liedtexten, ausführlichen Künstler_innenbiografien und zahlreichen Abbildungen zum Preis von € 26,50.



14.06.2018 - 06.10.2018:

Stephen Althouse. Metaphern der Menschlichkeit. Metaphors of Humanity
Stephen Althouse wurde 1948 in Washington, D.C. geboren, lebt und arbeitet in Rebersburg, Pennsylvania. Er studierte Bildhauerei an der Tyler School of Art in Philadelphia, Pennsylvania, am Rollins College, Winter Park, Florida, und an der Universität in Miami, Florida. 1976 absolvierte Stephen Althouse die Virginia Commonwealth Universität in Richmond, Virginia, mit dem Master of Fine Arts für Bildhauerei und war sowohl als Künstler sowie als Professor für Kunstfotografie an der Barry Kunstuniversität in Miami, Florida, tätig. Er erhielt zahlreiche Auszeichnungen für seine Leistungen im Kunst-Digitaldruck. Zusätzlich zu seiner weltweiten Ausstellungstätigkeit werden seine Arbeiten auch von den wichtigsten Museen und Privatsammlungen in Nordamerika, Südamerika und Europa gesammelt. Der Künstler verknüpft Bildhauerei und Fotografie in einzigartiger Manier, indem er selbst hergestellte, gesammelte und gefundene Objekte zu Assemblagen, die seine Ideen visuell zum Ausdruck bringen, arrangiert und mit einer großformatigen Kamera fotografiert. Die Negative werden gescannt und die digitalisierten Daten manipuliert und modifiziert, indem er subtile Elemente hinzufügt. Nichts überlässt der Künstler dem Zufall, jedes Detail ist durchdacht und durchkonstruiert. Metaphorische Symbole, wie unlesbare Worte und Phrasen, ein Wechselspiel aus Licht, Schatten und Kontrasten sind Indizien, wie vielschichtig Stephen Althouse seine Bilder visuell und technisch komponiert und ihnen Spiritualität, Mysterien, Poesie, Kraft und Dramatik verleiht. Für die Ausstellung fertigt der Künstler von ausgewählten Sujets eine eigene Museumsedition im Pigmentdruckverfahren an, die in den letzten drei Räumen des Museums gezeigt werden. Die Schau wird ergänzt durch einen begleitenden Katalog mit einem Vorwort von Christine Wetzlinger-Grundnig und einem Text von Martina Gabriel sowie zahlreichen Abbildungen. Weitere Ausstellungen von Stephen Althouse: 4.10.2018 - 10.2.2019 Mobile Museum of Art (MMoA) in Mobile, Alabama, USA; 14.9.-13.10.2018 Galerie Michaela Stock, Wien, Österreich

Hong Kong Central, Ernst Logar 1996

08.02.2018 - 20.05.2018:

IN DIE STADT
Die Ausstellung mit dem Titel „In die Stadt“ stellt ein fiktionales Porträt einer Stadt dar und geht der Frage nach, welche Bedingungen und Situationen für die Stimmung dieser verantwortlich sind. Die Schau ist in mehrere Themenfelder gegliedert, die sich konventionellen Ordnungen und Kategorisierungen von Stadt entziehen. Es handelt sich vielmehr um assoziative Begriffe, wie Rhythmus, Dichte, Reibung, Oberfläche, Dazwischen oder Beziehung, die eine andere Form der Erzählung über Urbanität und die Atmosphäre von Stadt ermöglichen. Der urbane Raum ist nicht die Summe des Gebauten, sondern ein gesellschaftlicher Raum, der sich kontinuierlich produziert und entwickelt, bedingt durch wechselnde und oftmals divergierende politische, ökonomische, soziale und kulturelle Interessen, und der häufig auch über unerwartete und periphere Ereignisse bestimmt wird. Dieser Zustand des Werdens und sich Veränderns wird in der Ausstellung aus künstlerischer Perspektive geschildert und diese wiederum macht deutlich, welch unerschöpflicher Fundus und Nährboden das Motiv und Tableau der Stadt für die künstlerische Produktion selbst ist. Künstler_innen Ruth Anderwald + Leonhard Grond, Alfredo Barsuglia, BartolomeyBittmann, Hubert Blanz, Sabine Bitter & Helmut Weber, Catrin Bolt, Mateja Bučar, Gisela Erlacher, Lionel Favre, Andreas Fogarasi, Marlene Hausegger, Heidrun Holzfeind, Sonia Leimer, Ernst Logar, Nika Oblak & Primož Novak, Stefan Oláh/Sebastian Hackenschmidt, Manuela Mark, Gerhard Maurer, Julian Palacz, Isa Rosenberger, Evelin Stermitz, Jochen Traar, Julian Turner, Kay Walkowiak, Malte Wandel, Lois Weinberger, Nicole Weniger, Anna Witt, WochenKlausur Kurator_innen Christine Haupt-Stummer und Andreas Krištof, section.a Christine Wetzlinger-Grundnig, MMKK Publikation Zur Ausstellung erscheint im Verlag für moderne Kunst ein umfangreicher Ausstellungskatalog in deutscher und englischer Sprache mit Beiträgen von Brigitte Felderer, Sebastian Hackenschmidt, Christine Haupt-Stummer, Andreas Krištof, Christine Wetzlinger-Grundnig und andere.


 2017
 



26.10.2017 - 14.01.2018:

Franz Yang-Močnik. Ich bin die Botschaft und mein Interpret
Franz Yang-Močnik, vormals auch Franz Motschnig, der heute in Graz lebt, wurde 1951 in Völkermarkt geboren. Seine künstlerische Ausbildung erhielt er an der Ortweinschule in Graz, die er von 1970 bis 1973 besuchte. Franz Yang-Močnik hat in den vergangenen vier Jahrzehnten ein Œuvre entwickelt, das die Bereiche der Malerei, Zeichnung und Skulptur umfasst und das bisher mehrfach mit Preisen ausgezeichnet wurde. Das Museum Moderner Kunst Kärnten präsentiert nun in einer Werkschau Arbeiten aus den letzten 40 Jahren, die in thematischen Gruppen gegliedert sind. Im Zentrum der Kunst stehen bei Franz Yang-Močnik der Mensch, die Gesellschaft und die eigene Existenz. Franz Yang-Močnik ist ebenso Philosoph wie messerscharfer Beobachter. Er formuliert seine Erkenntnisse in einer ausdrucksstarken künstlerischen Sprache, die das Dasein in all seinen Facetten drastisch, eindrucksvoll und manchmal auch poetisch charakterisiert. Als Maler und Zeichner ergründet er den Menschen in seinem Sein, als ausgesetztes Individuum, in Freuden und Nöten, in Angst und Schmerz, und führt ihn uns als vereinzeltes, als geistiges wie körperliches, als sexuelles Wesen vor Augen; vollzogen durch eine starke, expressive Handschrift, die sowohl Zeichnung als auch Malerei und Collage prägt, die sich in den figürlichen Darstellungen – den Gekreuzigten, den Radfahrern oder den Caféhaus-, Bar- und Straßen-Szenen – wieder findet wie auch in den abstrakten Werken, quasi „Seelenlandschaften“ und „Wesensräume“. Die Schau wird ergänzt durch literarische Versuche des Künstlers, die ebenso wie die bildnerischen Arbeiten in einem begleitenden Katalog mit Texten von Günther Holler-Schuster, Heimo Strempfl, Johannes Rauchenberger und Christine Wetzlinger-Grundnig publiziert und im Heyn-Verlag erschienen sind. Ein Text und eine Skulptur von Gundi Feyrer, deutsche Künstlerin und Schriftstellerin, die sich direkt auf Franz Yang-Močnik und sein Werk beziehen, begleiten die Ausstellung im Foyer des Museums ein.

Sujet

21.09.2017 - 30.09.2017:

Kooperation: COOP 05 im MMKK "absent faces"
Eine Frau legt sich schwarz angezogen ins Bett und flüstert nur noch. 15 Jahre lang, bis zu ihrem Tod. 100 Jahre später meint ihre Urenkelin J. in den Werken Leiko Ikemuras den Ausdruck eines Schmerzes zu erkennen, der zugleich ihr eigener ist. Schicht für Schicht werden ihre und der Urgroßmutter Traumata freigelegt. Bilder, Laute, Töne steigen aus dem Unbewussten hoch und verbinden sich zu einer neuen Sprache. Ein Abend über die Magie und Kraft unbewusster Bilder. Künstlerische Leitung, Komposition: Susanne Kubelka | Bildnerische Werke, konzeptionelle Entwicklung: Leiko Ikemura | Regie: Hans Escher | Film, Grafik: Karsten Lindemann | Kreation, Interpreation: Yoshie Shibahara, David Koch, Susanne Kubelka

Lorenz Friedrich, Madke 2017, Zinnguss

15.07.2017 - 31.10.2017:

ZEITMISCHER. Lorenz FRIEDRICH
(Kooperationsprojekt) Eine Zusammenschau von aktuellem Kunstschaffen und historischem Kulturgut – zeitgenössische KünstlerInnen im Dialog mit römischen Steindenkmälern aus dem Landesmuseum Kärnten Ein Kooperationsprojekt von Museum für Quellenkultur, Landesmuseum für Kärnten und Museum Moderner Kunst Kärnten

fokus sammlung 05

08.06.2017 - 07.10.2017:

fokus sammlung 05. STILLLEBEN
Mit der diesjährigen Sommerausstellung setzt das Museum Moderner Kunst Kärnten den Themenschwerpunkt des Stilllebens fort. Nachdem im Frühjahr 2017 in der Gruppenausstellung „unheimlich schön. STILLLEBEN HEUTE“ eine große Bandbreite an zeitgenössischen, nationalen und internationalen Positionen des Stilllebens präsentiert wurden, werden in der aktuellen Schau, in der Reihe „fokus sammlung“, Stillleben aus den Beständen der Kunstsammlung des Landes Kärnten/MMKK vorgestellt, die schwerpunktmäßig Arbeiten von Kärntner Künstlerinnen und Künstlern beinhaltet, in der aber ebenso Werke nicht heimischer Kunstschaffender vertreten sind. Das klassische Genre des Stilllebens findet sich in der Kunstsammlung in einer überraschend großen Bandbreite unterschiedlichster Qualitäten. Es umfasst nicht nur Gemälde und Grafik, sondern auch Fotografien, Objektinstallationen und Videos. Die Werke stammen aus der Zeit des 19., 20. und 21. Jahrhunderts und beschreiben verschiedene Stile, vom Realismus und der Biedermeiermalerei des 19. Jahrhunderts über die Tendenzen der Moderne bis hin zu vielfältigen Formulierungen unterschiedlichster Mittel und Medien postmoderner Möglichkeiten. Vertreten sind in der Schau u. a. Künstler und Künstlerinnen des „Viktringer Kreises“, wie Markus Pernhart, Ludwig Willroider und einzelne Mitglieder der Familie Moro; Nikolaus Gysis und Albin Egger-Lienz; dann die Maler des Nötscher Kreises, Anton Kolig und Anton Mahringer; verschiedene Protagonisten der Zwischenkriegszeit, z. B. Felix Esterl, Georg Pevetz, Herbert Boeckl oder Werner Berg; Maler der Nachkriegszeit, wie etwa Karl Bauer oder Maria Lassnig, und Künstler der Gegenwart, darunter Reimo Wukounig, Cornelius Kolig, Bella Ban, Hubert Lobnig, Ernst Logar oder Haim Steinbach u. a. Die Werke sind in der Ausstellung in 14 Räumen thematisch in Gruppen – vom Blumen- und Mahlzeitstillleben, über das Tierstück, das Seemannsstillleben, das Vanitas-Bild, bis zum Interieur und zu Bildern der heutigen Gegenstandswelt – geordnet und treffen in ihren zeitlichen Unterschieden und stilistischen Gegensätzen spannungsreich aufeinander.



02.02.2017 - 14.05.2017:

unheimlich schön. STILLLEBEN HEUTE
Die Ausstellung versammelt in sieben Räumen sowie in der Burgkapelle des MMKK Arbeiten von 16 zeitgenössischen Künstlerinnen und Künstlern, die sich mit gegenwärtigen Mitteln und aktuellen Fragestellungen der Thematik des Stilllebens annähern und in einer überraschenden Vielfalt das nämliche Thema beschreiben. Diese bezeugt, dass das Stillleben – eine Gattung mit langer und abwechslungsreicher Geschichte – offensichtlich immer noch ein interessantes Betätigungsfeld für die Kunstschaffenden ist und, dass seine Kontinuität und starke Symbolik sich geradezu als ideale Anknüpfungspunkte für eine neue inhaltliche Aufladung und Ausweitung seines Bedeutungsradius darstellen. Die unterschiedlichen Werke der Schau umfassen sämtliche Medien. Die Bandbreite in der das Genre erscheint, reicht vom klassischen Typus als Arrangement mit Blumen, Speisen, allerlei Gegenständen oder totem Getier, das in Zeichnungen, Gemälden, Fotoarbeiten, und als reale Situation im Raum sowie in bewegten, filmischen Bildern verwirklicht ist, über Pflanzen, die sich außerhalb gemalter Tableaus sowohl in raumgreifenden Installationen, in quasi landschaftlichen Situationen zu Erfahrungsräumen ausbreiten, als auch durch Lichtprojektionen in flüchtigen Phänomenen auftauchen oder durch moderne Methoden in Wesen und Form transformiert, in verschiedensten Objekten neu erschaffen werden. Inhaltlich geht es bei den Zeitgenossen nur noch im weitesten Sinne um das Stillleben in einem traditionellen Verständnis. Seine herkömmliche Definition hat sich in der Postmoderne endgültig aufgeweicht. Die Künstlerinnen und Künstler greifen vielmehr brisante sozio-politische Problematiken, vor allem in Bezug auf Wirtschaft, Natur und Umwelt auf, oder sie begeben sich in eine subjektiv motivierte Auseinandersetzung, in der sie die künstlerischen Möglichkeiten einer Annäherung an die Thematik reflektieren. Alex Amann I Christy Astuy I Catrin Bolt I Theres Cassini I Dietmar Franz I Sonja Gangl I Bernadette Huber I Richard Kaplenig I Cornelius Kolig I Karin Pliem I Barbara Putz-Plecko I Silvano Rubino I Thomas Stimm I Stefan Waibel I Thilo Westermann Zur Ausstellung erscheint eine Publikation mit einem Vorwort von Christine Wetzlinger-Grundnig, mit Textbeiträgen von Brigitte Borchhardt-Birbaumer, Lucas Gehrmann, Daniela Hammer-Tugendhat u.a. in einem Umfang von ca. 100 Seiten, zu einem Preis von € 27,-, ISBN 978-3-9503572-6-4.



02.02.2017 - 14.05.2017:

fokus sammlung. MEISTERWERKE
In sieben der 14 Ausstellungsräumen zeigt das Museum Moderner Kunst Kärnten eine Dauerpräsentation von ausgewählten Werken der Kunstsammlung des Landes Kärnten/MMKK. Zu sehen sind Bilder der bedeutenden Protagonisten und Protagonistinnen der Kunst in Kärnten im 19. und 20. Jahrhundert, von der Biedermeiermalerei über den Kärntner Expressionismus der Zwischenkriegszeit bis zu den avantgardistischen Strömungen nach 1945, von Markus Pernhart und den Brüdern Josef und Ludwig Willroider, dem Nötscher Kreis mit Anton Kolig, Franz Wiegele, Sebastian Isepp und Anton Mahringer; von Herbert Boeckl, Jean Egger oder Werner Berg bis Maria Lassnig, Hans Staudacher, Hans Bischoffshausen, Wolfgang Hollegha, Kurt Kocherscheidt, Bruno Gironcoli oder Kiki Kogelnik u.a.


 2016
 

Foto: Stefan Schweiger

28.10.2016 - 12.11.2016:

Kooperation: Theater wolkenflug im MMKK "NIPPLE JESUS"
Nipple Jesus - Schauspiel von Nick Hornby. Von Kunst hat Dave keine Ahnung. Die Stelle als Museumswärter hat er nur angenommen, weil es ihm als Türsteher zu gefährlich wurde. Nun steht er hier und bewacht Kunstwerke, alte und neue. Seine erste Aufgabe im neuen Job ist ein Sonderauftrag: Dave soll ein umstrittenes Bild bewachen. Aus der Ferne betrachtet, zeigt es den leidenden Jesus am Kreuz. Geht der Betrachter allerdings nah genug an das Bild heran, entdeckt er, dass es sich um eine Collage aus Tausenden von Fotoschnipseln handelt, die alle ein einziges Motiv zeigen: Brustwarzen. Zunächst ist Dave schockiert, aber nach und nach erwacht sein Beschützerinstinkt für das ungewöhnliche Kunstwerk. Während in der ganzen Stadt die Wogen der Empörung über den NippleJesus hochschlagen, verteidigt Dave das Bild gegen Bigotterie und Unverstand, gegen Politik und Medien – ohne zu ahnen, dass er am Ende selbst kalkulierter Teil des Kunstbetriebs werden soll. Inszenierung: Ute Liepold Es spielt: Alexander Mitterer, Musik: Vera Kropf | Jeff T. Byrd, Kunst: Sonja Gangl, Kostüm + Maske: Michaela Haag, Licht + Ton: Stefan Schweiger, Sandro Weber, Assistenz: Karin Prucha, Stephanie Sihler, Produktion: wolkenflug / Bernd Liepold-Mosser

Herwig Turk, Lucin Cutoff, 2014, Cprint auf Dibond kaschiert, Größe variable, Foto: © Herwig Turk

29.09.2016 - 08.01.2017:

Herwig Turk. Landschaft = Labor
Eine Werkschau im Kontext Mit der Ausstellung „Landschaft = Labor“ präsentiert das Museum Moderner Kunst Kärnten/MMKK erstmalig eine umfassende Werkschau des österreichischen Künstlers Herwig Turk, geb. 1964 in St. Veit an der Glan, die in einem Kontext mit ausgewählten internationalen, künstlerischen Positionen gezeigt wird. Herwig Turks künstlerische Arbeit ist bestimmt von der Auseinandersetzung mit der Thematik des Wissenschaftskomplexes. Die materielle Kultur des High-Tech-Labors wird als vielschichtige Umgebung betrachtet, in der auch die Bedeutung des Begriffs Landschaft reflektiert wird, welche zwischen politischer Determinierung und industrieller Instrumentalisierung zum Versuchslabor wird. Dementsprechend gehen die Begriffe „Labor“ und „Landschaft“ in der Ausstellung nahtlos ineinander über. Während im ersteren unterschiedliche Erzählungen aus dem Laborleben (laboratory life) seziert werden, hinterfragt Herwig Turk den Begriff der Landschaft auf seine zivilisatorischen Zusammenhänge und kolonialen Nutzungsmodalitäten. Die von Herwig Turk generierten Bild- und Objektwelten referieren dabei auf tradierte Darstellungs- und Repräsentationsmuster, die Stereotype des Landschaftsabbildes genauso hinterfragen wie Formen der Portraitdarstellung durch die bildende Kunst. In der Ausstellung im MMKK erfährt die Arbeit Herwig Turks eine kontextuelle Erweiterung, einerseits durch einen Dialog mit Arbeiten aus der Sammlung des Museums selbst und andererseits durch eine Auswahl künstlerischer Arbeiten, die auf verwandte künstlerische Strategien zurückgreifen und sich im künstlerisch-wissenschaftlichen Diskurs bewegen. Zur Ausstellung erscheint ein umfangreicher Ausstellungskatalog mit zahlreichen Abbildungen und mit Beiträgen von Ingeborg Reichle (Medientheoretikerin, Berlin und Wien), Christian Höller (Kunsttheoretiker, Essayist, Wien) und Andreas Krištof (Kurator, section.a) und einem Vorwort von Christine Wetzlinger-Grundnig (Kuratorin, Direktorin MMKK) im Verlag für moderne Kunst. KünstlerInnen Herwig Turk im Dialog mit Herbert Boeckl (A) | The Center for Land Use Interpretation (US) | Thomas Feuerstein (A) | Cornelius Kolig (A) | Gerhard Lang (D) | Sonia Leimer (I) | Kira O’Reilly (GB) & Jennifer Willet (CAN) | Hannes Rickli (CH) | Meina Schellander (A) | Nicole Six/Paul Petritsch (A) | Gerhard Treml & Leo Calice (A)

Arnold Clementschitsch, Am Lido, 1941, Öl auf Holz, 63 x 45,5 cm, © MMKK, Foto: Ferdinand Neumüller

07.04.2016 - 04.09.2016:

Arnold Clementschitsch. 1887-1970
Arnold Clementschitsch (1887−1970) studiert ab 1909 an den Akademien der bildenden Künste in Wien und ab 1911 in München, wo er mit der Avantgarde-Bewegung „Der Blaue Reiter“ in Kontakt kommt. 1913 heiratet er die Münchner Malerin Maria Bauernschmidt, im selben Jahr wird das einzige Kind, Arnold, geboren. 1915−18 befindet sich Clementschitsch im Kriegsdienst; danach pendelt er zwischen den Wohnsitzen am Ossiacher See und Wien. Es entstehen prägende Freundschaften mit den Malern Herbert Boeckl und Felix Esterl, später mit dem Schriftsteller Michael Guttenbrunner. Clementschitsch fällt bereits 1920 bei seiner ersten Kollektive in der Wiener Secession mit einzigartigen Straßenbildern auf, 1928 ist er in Barcelona bei der Weltausstellung vertreten und 1932 auf der Biennale in Venedig. Nach dem Zweiten Weltkrieg zählt der Maler zu den Mitbegründern des Kärntner Landesinstitutes für bildende Kunst, das er bis 1947 leitet. Zu seinen Schülern gehören u. a. Kurt Schmidt und Hans Staudacher. Der Künstler ist Träger des Großen österreichischen Staatspreises und auch als Verfasser literarischer Bücher und Schriften bekannt. Sein umfangreiches bildnerisches Œuvre, das sich über sechs Jahrzehnte entwickelt hat, gliedert sich in Porträts, Akte, Landschaften, Straßenszenen und Pferdebilder, die auch in der Ausstellung vertreten sind. Arnold Clementschitsch nimmt als Maler im österreichischen Kontext die Position eines Einzelgängers ein. Sein künstlerisches Werk, in dem er gezielt Elemente des Impressionismus oder Expressionismus und der Neuen Sachlichkeit variiert, weist ihn als durchaus zeitgemäß aus. Auf Basis der Dissertation von Leonore Lukeschitsch und in Kooperation mit dem Museum des Nötscher Kreises (wo eine korrespondierende Ausstellung gezeigt wird) sowie umfangreicher neuer Recherchen und Archivmaterialien wurde ein wissenschaftliches Werkverzeichnis erstellt, das um die 900 malerische Arbeiten dokumentiert. Dieses erscheint in einem ausstellungsbegleitenden monografischen Buch mit Textbeiträgen von Matthias Boeckl, Rosemarie Burgstaller, Sigrid Diewald, Martina Gabriel, Leonore Lukeschitsch, Heimo Strempfl und Christine Wetzlinger-Grundnig.



07.04.2016 - 04.09.2016:

fokus sammlung. MEISTERWERKE
Ab 7. April 2016 sind acht der 14 Ausstellungsräume des Museums Moderner Kunst Kärnten einer Dauerpräsentation von ausgewählten Werken der Kunstsammlung des Landes Kärnten/MMKK gewidmet. Zu sehen sind Bilder der bedeutenden Protagonisten und Protagonistinnen der Kunst in Kärnten im 19. und 20. Jahrhundert, von der Biedermeiermalerei über den Kärntner Expressionismus der Zwischenkriegszeit bis zu den avantgardistischen Strömungen nach 1945, von Markus Pernhart und den Brüdern Josef und Ludwig Willroider, dem Nötscher Kreis mit Anton Kolig, Franz Wiegele, Sebastian Isepp und Anton Mahringer; von Herbert Boeckl, Jean Egger oder Werner Berg bis Maria Lassnig, Hans Staudacher, Hans Bischoffshausen, Wolfgang Hollegha, Kurt Kocherscheidt, Bruno Gironcoli oder Kiki Kogelnik u.a.


 2015
 

Foto: Peter Truschner

19.11.2015 - 06.03.2016:

Peter Truschner. Bangkok Struggle
2011 und 2013 verbrachte Peter Truschner jeweils mehrere Monate in Bangkok. In dieser Zeit entstand die Fotoserie „Bangkok Struggle“. Der Künstler richtet sein Augenmerk auf jene traditionellen Viertel, in denen die Händler und Arbeiter in 16-Stunden-Schichten ihr täglich Brot verdienen und sich trotzdem manchmal kein Dach über dem Kopf leisten können. Indem er mit den Menschen den Alltag teilte, erschloss sich Peter Truschner ein Bangkok abseits der gängigen Vexierbilder des Sextourismus, des Bau- und High-Tech-Booms und der Vollmondpartys. Das MMKK zeigt 40 Fotografien aus „Bangkok Struggle“. In Kooperation mit der Universität der Künste Berlin werden in einem von Peter Truschner kuratierten Projektraum Werke junger KünstlerInnen präsentiert, die an die Arbeiten von „Bangkok Struggle“ anknüpfen. Truschners Fotografien werden 2015 im renommierten Berliner Fotobuchverlag "Peperoni Books" publiziert.



29.10.2015 - 08.11.2015:

Eva Paulitsch & Uta Weyrich. #CRESCENDO
Seit 2006 sammelt das Künstlerinnenduo im öffentlichen Raum selbstgedrehte Handyvideos von Jugendlichen und jungen Erwachsenen und baut damit ein weltweit einzigartiges Videoarchiv auf. In der aktuellen Arbeit # CRESCENDO beschäftigen sich die Künstlerinnen erstmals mit der Audiospur der Handyvideos. Sie ließen den Originalton aller Videos aus ihrer Sammlung transkribieren und erweitern damit ihr „no-story video“-Archiv mit einer neu angelegten „no-story audio“-Sammlung. Im Entkoppeln der Tonspur von der filmischen Ebene stehen die versatzstückhaften und oft nur unverständlich wahrnehmbaren Dialoge für sich selbst und erlangen eine autonome Realität. In der Materialisierung in Schrift wird Sprache nun selbst zum Bild und in Form von Wandarbeiten in ihrer Zusammenschau zu einer minimalistischen Polyfonie rätsel- und versatzstückhafter Erzähllandschaften. Die Arbeit wird im Museum Moderner Kunst Kärnten erstmals präsentiert. Die Ausstellungseröffnung findet im Rahmen folgender Tagung statt: Bewegtbilder und Alltagskultur(en) – von Super 8 über Video zum Handyfilm. Praktiken von Amateuren im Prozess der gesellschaftlichen Ästhetisierung Konzept: Ute Holfelder / Klaus Schönberger

ECCE-HOMO, Mischtechnik-Leinwand, 200x40, 2009, Foto: Ferdinand Neumüller

28.10.2015 - 06.03.2016:

Valentin Oman. Retrospektive
Valentin Oman zählt zu den renommiertesten österreichischen Künstlerpersönlichkeiten. Er wurde 1935 in St. Stefan/Šteben bei Villach/Beljak geboren, besuchte das Marianum Tanzenberg/Plešivec, studierte an der Hochschule für angewandte Kunst in Wien Malerei und Grafik und absolvierte eine Ausbildung für Druckgrafik bei Riko Debenjak an der Akademie für bildende Künste in Laibach/Ljubljana. Heute lebt und arbeitet der Künstler in Wien und in Finkenstein/Bekštanj in Kärnten. Die Retrospektive bietet einen Rückblick auf die vergangenen fünfzig Schaffensjahre. Valentin Oman, der schwerpunktmäßig von der Malerei und Grafik kommt und dessen besonderes Augenmerk auf diffizilen, experimentellen Erweiterungen und Verknüpfungen dieser bildnerischen Möglichkeiten liegt, hat ein beeindruckend umfangreiches Œuvre hergestellt, das sich inhaltlich dem Thema der menschlichen Existenz, den Fragestellungen des Seins allgemein, nach Vergänglichkeit und Transzendenz widmet. Der Künstler hat eine unverkennbare Bildsprache entwickelt, in deren Mittelpunkt die menschliche Figur steht, verwirklicht in außergewöhnlichen Techniken und suggestiven Materialien, die die Gestalt als Zeichen metaphysischer Dimension formuliert, die über sich selbst hinaus weist. Sie erscheint, abseits der herkömmlichen Grafik, in vielschichtigen Wandmalereien, Materialbildern und Collagen sowie Metall- und Glas-Skulpturen. Die Ausstellung versammelt Beispiele dazu von den 1960er-Jahren bis heute, darunter Werke der Sammlung Hermagoras und des MMKK, weiters mannigfaltige Zyklen von Reisebildern und Landschaften, Dokumentationen der unzähligen Arbeiten für den öffentlichen Raum und eine Installation, die sich auf Valentin Omans Engagement für die zweisprachigen Ortsnamen in Kärnten bezieht, die dem Künstler als Angehöriger der slowenischen Volksgruppe ein besonderes Anliegen sind. Die Ausstellung, die im Anschluss im Künstlerhaus in Wien und im Božidar Jakac Art Museum in Kostanjevica na Krki in Slowenien zu sehen sein wird, begleitet eine Publikation im Umfang von 226 Seiten, mit zahlreichen Abbildungen und mit Texten von Martin Traxl, Milena Zlatar u. a. in den Sprachen Deutsch, Slowenisch und Englisch. Parallel Peter Truschner



04.07.2015 - 25.10.2015:

ZEITMISCHER - Johannes Domenig
(Kooperationsprojekt) Eine Zusammenschau von aktuellem Kunstschaffen und historischem Kulturgut – zeitgenössische KünstlerInnen im Dialog mit römischen Steindenkmälern aus dem Landesmuseum Kärnten Ein Kooperationsprojekt von Museum für Quellenkultur, Landesmuseum für Kärnten und Museum Moderner Kunst Kärnten

Wolfgang Walkensteiner, Kreuzwerk, Foto: Ferdinand Neumüller, © MMKK

26.03.2015 - 11.10.2015:

Wolfgang Walkensteiner. so gut wie nichts
Wolfgang Walkensteiner, 1949 in Klagenfurt geboren, studiert an der Akademie der bildenden Künste in Wien Malerei und legt 1973 bei Max Weiler sein Diplom ab. Seit 1972 ist er Mitglied des Kunstvereins Kärnten und seit 1994 der Gesellschaft bildender Künstler in Wien. Im Jahr 1976 hat er Österreich auf der 37. Biennale Internationale d’Arte in Venedig vertreten. Der Künstler hat in den vergangenen Jahrzehnten ein umfangreiches, heterogenes Œuvre entwickelt, das sich in Werkfasen gliedert, die sich, sowohl technisch als auch formal, deutlich voneinander unterscheiden. Konstant ist die inhaltliche Auseinandersetzung: In einem tiefen existenzphilosophischen wie fundamentalontologischen Diskurs umkreist Wolfgang Walkensteiner analytisch, im Sinne Martin Heideggers, die grundlegenden Fragen des menschlichen Daseins; des eigenen wie des Seins im Allgemeinen. Diese Befragung stellt vorerst den Menschen, häufig die eigene Person, dann das Tier ins Zentrum der künstlerischen Arbeit. Sie beziehen sich nicht selten auf mythologische Figuren und Erzählungen sowie auf gängige Typen der zeitgenössischen Gesellschaft und sind von überpersonellem, allgemeingültigem Aussagewert. Im vergangenen Jahrzehnt hat der Künstler den Horizont seiner Untersuchungen über die Kreatur hinaus, ins Mikro- und Makrokosmische ausgedehnt, wo er in einem bildnerischen Erkenntnisprozess geistige und malerische Realitäten ergründet, um in den Tiefen der Materie und den Weiten des Raumes basale Strukturen des Seins offenzulegen. Das Ergebnis sind Verdichtungen philosophischer und psychologischer, rationaler wie emotionaler Aspekte; schlussendlich Werke eigener Realität, phantastische, formale Konstruktionen, großer technischer Könnerschaft und beeindruckender Suggestionskraft. Die Ausstellung präsentiert in zehn Räumen malerische, zeichnerische, skulpturale und installative Werke der vergangenen sieben Jahre, die einen tiefen Einblick in die jüngste Schaffensperiode vermitteln, und die künstlerische Reife, ungebrochene Geisteskraft und Kreativität, beeindruckende Ausdrucksstärke und Schaffensfreude einer solitären österreichischen Maler-Position unter Beweis stellen.

Anton Kolig, Unsere Jugend, 1948, Öl auf Faserplatte, 74x52 cm (Detail), Foto: Ferdinand Neumüller,  © Bildrecht Wien

26.03.2015 - 31.05.2015:

fokus sammlung. BIS WALKENSTEINER
Parallel zur Personale von Wolfgang Walkensteiner wird in den letzten drei Räumen des Ausstellungsparcours eine Selektion aus der Kunstsammlung des Landes Kärnten/MMKK vorgestellt, die inhaltlich auf die Hauptausstellung ausgerichtet ist. Unter dem Titel „fokus sammlung. BIS WALKENSTEINER“ werden einzelne Werke der bedeutendsten KünstlerInnen der Sammlung gezeigt, die als Vorläufer des Künstlers in der Kärntner Malerlandschaft des 19. sowie der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts anzusehen sind.


 2014
 



11.12.2014 - 23.12.2014:

Franz Yang-Močnik
(Buchpräsentation und Ausstellung im Foyer) VERRÜCKT. VERSPIELT. VERSCHROBEN. UNSERE SPÄTMODERNE GESELLSCHAFT | Texte und Bilder von Manfred Prisching, Bilder: Franz Yang-Močnik



27.11.2014 - 01.03.2015:

Die andere Seite. Spiegel und Spiegelungen in der zeitgenössischen Kunst
Die Ausstellung beleuchtet unterschiedliche aktuelle ästhetische und symbolische Aspekte der reflektierenden Fläche. Diese hat – von der Antike bis heute – vielfältige symbolische, kunst- und kulturgeschichtliche Bedeutung. In den altertümlichen Kulturen repräsentiert der Spiegel das Abbild der Seele, er gilt als Mittel der Wahrheit und (Selbst-)Erkenntnis. In der Kunst des europäischen Mittelalters steht er für Keuschheit und Klugheit, aber auch für Eitelkeit und Wollust. In der Mystik ist er Zeichen der Offenbarung, im Barock ein Symbol der Vergänglichkeit. Er gilt als Medium der Selbstwahrnehmung, als Gerät der ichbezogenen Selbstverdoppelung sowie als Kultgegenstand okkulter Beschwörung übersinnlicher Kräfte. Seine metaphorischen Bedeutungen sind mannigfaltig und widersprüchlich. In der zeitgenössischen Kunst hat die Beliebtheit des Spiegels viele Ursachen: So bringt er in einer zunehmend säkularen Zeit die Ebenen der Transzendenz und der Magie ins Spiel. Er betont auch jenen Aspekt der narzisstischen Selbstüberhöhung, der in einer medialen Umgebung von Casting-Shows, Model-Wettbewerben und Talk-Runden zu einer gesellschaftlichen Leitidee wurde. Im 20. Jahrhundert emanzipiert sich der Spiegel vom Objekt der Darstellung zum Material sowie zum Gegenstand der Kunst selbst. Er ist sowohl Trägermedium als auch Kristallisationspunkt philosophischer und psychologischer Auseinandersetzung. Die Ausstellung versammelt Objekte und Skulpturen, Installationen, Fotoarbeiten, Videos und Filme von John Armleder, Pierre Bismuth, Jean Cocteau, Ira Cohen, Elmgreen & Dragset, Markus Hofer, Joan Jonas, Birgit Jürgenssen, Brigitte Kowanz, Elke Kruystufek, Friedl Kubelka, Hans Kupelwieser, Liz Larner, Inge Morath, Bruno Peinado, Norbert Pfaffenbichler, Michelangelo Pistoletto, Gerold Tagwerker, Franz West, Markus Wilfling, Erwin Wurm, Heimo Zobernig u. a. Eine Ausstellung des Belvedere in Wien. Kuratoren: Edelbert Köb und Thomas Mießgang

Share

18.09.2014 - 02.11.2014:

SHARE - Too Much History, More Future
Das Kunstprojekt SHARE − Too Much History, MORE Future wurde anlässlich des Gedenkjahres 2014 vom damaligen Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur, jetzt ­Bundeskanzleramt/Kultursektion, initiiert. Es ist entstanden aus dem Geist der jahrzehntelangen freundschaftlichen ­Kooperation zwischen Österreich und Bosnien-Herzegowina und soll diese Verbundenheit weitertragen. Mit Unterstützung durch die Stiftung Sarajevo – Herz Europas, und damit der Europäischen Union, soll das Gedenkjahr 2014 über die ­Versöhnung mit der leidvollen Geschichte hinweg das Jahr des großen Dialoges werden. Die Ausstellung umfasst Videoarbeiten von Künstlerinnen und Künstlern aus Bosnien-Herzegowina und Österreich, die auf unterschiedliche Weise ­persönliche und kollektive Erinnerungen thematisieren und Fragen nach Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft formulieren. Die Filme erscheinen zusätzlich als Videoedition, das Projekt wird in einem wissenschaftlichen Katalog dokumentiert. Die Ausstellungen, Präsentationen und Diskussionen führen nach Sarajevo, Trebinje, Banja Luka, Belgrad, Zagreb, ­Ljubljana, Wien, Mons und Straßburg. In Klagenfurt werden die Werke der Ausstellung in Dialog mit ausgewählten Exponaten der Kunstsammlung des Landes Kärnten/MMKK gestellt und auf diese Weise in einen erweiterten Kontext gesetzt, regional verortet und inhaltlich neu aufgeladen und gedacht. Beteiligte KünstlerInnen: Gordana Anđelić-Galić, Catrin Bolt, Igor Bošnjak, Mladen Bundalo, Marina Gržinić & Aina Šmid, Ana Hoffner, Anna ­Jermolaewa, Adela Jušić, Šejla Kamerić, Ernst Logar, Mladen Miljanović, Hermann Peseckas & Tommy Schneider, Irena ­Sladoje | Birgit Bachmann, Johannes Domenig, Ines Doujak, Josef Enz, Othmar Jaindl, Maria Lassnig, ­Valentin Oman, Eva Paulitsch, Ferdinand Penker, Wolfgang Reichmann, Fritz Russ, Meina Schellander und Ernst Vollbehr. Kuratorin: Annemarie Türk | Projektleitung: Karin Zimmer

Weitere Informationen
Claus Prokop, LE TOUR – LA TOUR, Projekt anlässlich des Neubaus der Fachberufsschule für Tourismus Warmbad Villach, Durchmesser: 1,10 bis 2,20 m Höhe: 12,00 m, Unterkonstruktion: Stahl, verzinkt äußere Hülle: Aluminiumbänder, Architektur: Ma

25.06.2014 - 02.07.2014:

Claus Prokop
SOME OF THE THINGS I DID 2010-2013 (Ausstellung im Foyer und Buchpräsentation) Claus Prokop, 1966 in Klagenfurt geboren. Studium der Architektur an der TU Wien, Studium der Malerei an der Akademie der bildenden Künste Wien und an The Cooper Union New York. In den letzten Jahren, neben der Malerei und dem Bau von Objekten, vermehrt im Bereich Kunst am Bau tätig. Präsentiert werden neben dem Katalog Entwurfsmodelle und ein Multiple mit Souvenir-Charakter für LE TOUR – LA TOUR sowie die im Katalog dokumentierte Materialsammlung mit dem Titel THINGS WE NEVER DID. Der Katalog dokumentiert Projekte der letzten Jahre, unter anderem LE TOUR – LA TOUR bei der Berufsschule für Tourismus in Warmbad Villach, Projekte für das Bürgerservicezentrum Ossiach, die Lymphklinik Wolfsberg oder die ÖVAG Wien.

Peter Krawagna, Sommer, 2012, Öl auf Leinwand 152x114 cm, Foto: Ferdinand Neumüller

12.06.2014 - 31.08.2014:

PETER KRAWAGNA
Peter Krawagna wurde 1937 in Klagenfurt geboren. Er studierte an der Akademie der bildenden Künste in Wien und an der École des Beaux-Arts in Paris Malerei. Der Künstler ist ein Vertreter der so genannten „Naturabstraktion“ – einer österreichischen Sonderentwicklung, begründet in den 1920er-Jahren von Herbert Boeckl. Peter Krawagna forciert eine Malerei, die auf der Grundlage der Entdeckungen der Moderne basiert, die bei den Leistungen Paul Cézannes anknüpft, der seine Motive, dem Natureindruck folgend, unmittelbar – en plein aire –, möglichst deckungsgleich mit der visuellen Anschauung, auf der Leinwand wiedergibt. Was zählt, ist das momentane Erscheinungsbild, die optischen Phänomene unter den augenblicklichen Bedingungen – vor allem der Lichtverhältnisse, die den farbigen Eindruck maßgeblich bestimmen. Das Ziel ist, ein bildnerisches Äquivalent dafür zu schaffen. Peter Krawagna geht ebenfalls von der sichtbaren Gegenstandswelt, von den alltäglichen Dingen aus und setzt sie unmittelbar in der Malerei oder in der Zeichnung um. Auf der Leinwand oder am Papier verwandelt sich das bekannte Visuelle in eine abstrakte Komposition, deren Thema nicht mehr die Abbildung oder Beschreibung der integrativen Form, der materiellen Gegebenheit und die Vermittlung der Motive durch ihre Oberfläche ist, sondern die Darstellung der optischen Erscheinung der Dingwelt und bestimmter physikalischer Phänomene. Der Ausgangspunkt der künstlerischen Handlung ist die konzentrierte und selektive Wahrnehmung, das Ergebnis ist eine abstrakte Farb-Form-Konstellation. Die Ausstellung, die für 11 Räume des MMKKs konzipiert ist, präsentiert Werke aus allen Schaffensphasen des Künstlers, beginnend in den 1960er-Jahren bis heute, und wird von einer wissenschaftlichen Publikation mit Textbeiträgen von Christian Kravagna, Peter Weiermair und Christine Wetzlinger-Grundnig begleitet.

Markus Pernhart, Gebirgslandschaft, o.D., Öl auf Holz, 66 x 105 cm ©MMKK, Foto: Ferdinand Neumüller

12.06.2014 - 31.08.2014:

fokus sammlung. BIS KRAWAGNA
Die Kunstsammlung des Museums Moderner Kunst Kärnten umfasst heute mehr als 5000 Werke des 19., 20. und 21. Jahrhunderts. Sie dokumentiert das Schaffen der Kärntner Künstlerinnen und Künstler im nationalen und internationalen Kontext sowie die Ausstellungsaktivitäten des Museums Moderner Kunst Kärnten. Unter dem Titel „fokus sammlung“ werden regelmäßig die Sammlungsinhalte unter wechselnder thematischer Schwerpunktsetzung und durch eine spezifische Auswahl von unterschiedlichen Blickpunkten her durchleuchtet. Parallel zur Personale von Peter Krawagna wird in den letzten drei Räumen des Ausstellungsparcours eine Selektion aus der Kunstsammlung vorgestellt, die inhaltlich auf die Hauptausstellung abgestimmt ist. Unter dem Titel „fokus sammlung. BIS KRAWAGNA“ werden einzelne Werke der bedeutendsten Künstler der Sammlung gezeigt, die als Vorläufer des Künstlers in der Kärntner Malerlandschaft des 19. sowie der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts anzusehen sind. Darunter Vertreter des Viktringer Malerkreises, wie Markus Pernhart als Repräsentant der Landschaftsmalerei des Biedermeier, sowie die Brüder Josef und Ludwig Willroider als Wegbereiter des Aufbruchs in die Moderne, weiters die Maler des Nötscher Kreises Anton Kolig, Franz Wiegele, Anton Mahringer und Sebastian Isepp, dann die Protagonisten der Zwischenkriegszeit Herbert Boeckl, Felix Esterl, Jean Egger, Arnold Clementschitsch oder Werner Berg. Mit dieser Begleitschau soll einerseits der Anforderung einer dauerhaften Sammlungspräsentation Genüge getan werden und andererseits wird zugleich die Ausstellung von Peter Krawagna durch die Werke der Kunstsammlung sinnhaft ergänzt und in einen größeren Zusammenhang gestellt.

Edgar Knoop, mikado '96, Farbstelengruppen, Universität Augsburg, 1996

13.03.2014 - 25.05.2014:

Edgar Knoop 1964 - 2014
Farbe und Licht in ihren physikalischen, materiellen und immateriellen Dimensionen sowie in ihren Relationen zu Form, Raum und Bewegung stehen im Zentrum der künstlerischen Arbeit von Edgar Knoop, die im Spannungsfeld von Kunst, Wissenschaft und Technik angesiedelt ist und in den Medien Skulptur, Fotografie, Tapisserie, Installation und Kunst im öffentlichen Raum ihre Umsetzung findet. Die großzügig und retrospektiv angelegte Werkschau im Museum Moderner Kunst Kärnten (13.03.2014 – 25.05.2014) versammelt Werkgruppen des 1936 in Dortmund geborenen Künstlers und langjährigen Hochschullehrers der Akademie der Bildenden Künste München aus allen Schaffensphasen, von den dreidimensionalen Farbprofilen der 1960er und 1970er Jahre über die Hologramme und Leuchtstoffobjekte der 1980er Jahre bis hin zu lichtkinetischen Reliefs, Collagen und Stelen, von großformatigen Arbeiten des letzten Werkabschnitts networks bis hin zu den aktuellen Fotoserien wie Objets trouvés en Maghreb (2008). Edgar Knoop lebt und arbeitet seit 2002 in Seeboden / Millstätter See, Österreich.


 2013
 

Nicole Six & Paul Petritsch, Nebel, 2007 © Bildrecht, Wien, 2013

14.11.2013 - 16.02.2014:

Nebelland hab ich gesehen* Zum Verhältnis von Kunst und Literatur
Ebenso lange, wie der Wettstreit der Künste existiert, nämlich seit der Antike, ist auch ein ausgesprochenes gegenseitiges Interesse der unterschiedlichen Disziplinen aneinander zu verzeichnen. So finden sich zahlreiche Beispiele in der Kulturgeschichte, in denen sich Künstler mit Literatur und umgekehrt Literaten mit Kunstwerken auseinandersetzen sowie unzählige Phänomene der Doppelbegabung die künstlerische Ausdrucksäquivalente im jeweils anderen Feld suchen. Offensichtlich gibt es neben einem dialogischen auch immer schon ein emphatisches Verhältnis von Künstlern und Schriftstellern, die derselben Aufgabe, der Expression einer Idee durch ein entsprechendes Werk verpflichtet sind. In dieser Hinsicht zeigen sich Literatur und Kunst als ebenbürtige Medien in einem gemeinsamen ästhetischen Kontext. Heute haben die Künste traditionelle Hierarchieordnungen hinter sich gelassen und nutzen das Potential des anderen für das eigene. Bild und Text nähern sich an, verschränken sich und führen zu einer erweiterten und vertieften Darstellungs- bzw. Aussagekraft. So wird das eine dem anderen zum Vorbild und zur Herausforderung, zum Anstoß und zur Inspiration, zum Werkzeug und Instrumentarium. Die Ausstellung versammelt 16 aktuelle künstlerische Positionen, die unterschiedliche Dialogweisen zwischen bildender Kunst und Literatur vorführen. Im Brennpunkt stehen Arbeiten, die von der bildenden Kunst ausgehen, von literarischen Quellen bzw. Methoden inspiriert und beeinflusst sind. Es geht in erster Linie um künstlerische Strategien im Umgang mit Literatur und in zweiter Linie um literarische Formen und Expressionen im Umgang mit bildender Kunst. Die Werke beziehen sich auf sämtliche bildnerische Medien und sind in ein umfassendes, gesamträumliches Konzept mit dramaturgischem Zusammenhang eingebunden, der von visuellen, auditiven und performativen Darstellungsformen bestimmt ist. *Ingeborg Bachmann

Plakat Magdalena Sünderin

06.11.2013 - 23.11.2013:

Kooperation: Theater wolkenflug im MMKK "MAGDALENA SÜNDERIN"
Magdalena Sünderin nach Lilian Faschinger Eine siebenfache Mörderin entführt einen katholischen Priester, um in einer aberwitzigen Beichte ihr Gewissen zu erleichtern. Eine packende und komische Abrechnung mit dem Landleben, der Kirche und der unausweichlichen Katastrophe zwischen Mann und Frau, geschrieben in einer entfesselten musikalischen Sprache, zum ersten Mal für das Theater bearbeitet. Regie: Ute Liepold Mit: Jutta Fastian, Miha Kristof und Heinz Weixelbraun



03.08.2013 - 04.08.2013:

ahnen - In Kooperation mit Ferdinand Orsini-Rosenberg / Schloss Grafenstein
Ferdinand Orsini-Rosenberg hat sich entschlossen, rund 40 Porträts seiner Ahnen - ausgewählt vor allem jene Persönlichkeiten, die in den vergangenen Jahrhunderten im öffentlichen Leben Kärntens eine Rolle gespielt haben - vorwiegend Kärntner KünstlerInnen zum "Faceliftigng" anzubieten....



07.07.2013 - 21.07.2013:

Lori Hersberger "Totem"
Skulptur und Chromstahl. Installation im Innenhof des Museums für Moderne Kunst Kärnten, Klagenfurt. Eröffnung: Sonntag, 7. Juli, 11.00 Uhr

Reinfried Wagner, Kuscheltiere, 2003, Acryl auf Leinwand, 110 x 135 cm, Foto: Ferdinand Neumüller

20.06.2013 - 20.10.2013:

fokus sammlung 04. Tiere
Die Tierdarstellung ist ein beliebtes Thema und eine bedeutende Gattung der gegenständlichen Malerei. Der Artenreichtum, die Schönheit und Eigenart der Tiere, aber auch ihre Kraft und Überlegenheit sowie die Nähe der kreatürlichen zur menschlichen Existenz haben das Tier von jeher in ein enges Verhältnis zum Menschen gesetzt, das sich auch in der Kunst- und Kulturgeschichte widerspiegelt. Die Tierdarstellung zählt zu den ältesten bildnerischen Motiven, die seit der Höhlenmalerei bis heute in immer neuen Ausformungen und mit wechselnder inhaltlicher Aufladung in einer immensen Vielfalt und künstlerischen Bandbreite erscheint. Die Entwicklung des Genres, das erst seit dem 17. Jahrhundert als eigenständige Bildgattung gilt, zeigt eine lange Geschichte vielfältigster Einflüsse und Veränderungen, die stets mit der jeweiligen darstellerischen Intention in Zusammenhang stehen. Immer geht es um die Relation von Mensch zu Tier, die den Blick auf das Motiv anleitet und seine Klassifizierung bestimmt. Das Tier erscheint als Freund und gleichermaßen Feind des Menschen, ist Jäger und Beute, wird geliebt, bewundert, gefürchtet und missachtet. Es ist Attribut, Symbol, Metapher, Vermittler einer Botschaft, die sich stets auf menschliche Eigenschaften, Befindlichkeiten, Ängste und Sehnsüchte bezieht, oder aber bloßes Objekt zum Zwecke (kunst-)wissenschaftlicher Erforschung. Die Ausstellung präsentiert ca. 150 Werke der eigenen Kunstsammlung aus den vergangenen 150 Jahren in den Medien Malerei, Grafik, Skulptur, Installation und Video, die nahezu alle stilistischen und technischen Tendenzen und Entwicklungen seit dem Biedermeier abdecken. Die Arbeiten sind thematisch zu einzelnen Gruppen zusammengefasst, die von den heimischen Nutz-, Haus- und Wildtieren bis zu den exotischen Exemplaren, Fabelwesen und Kuscheltieren reichen. Die Integration von Werken mit animalischen Relikten erweitert konzeptuell den bunten Reigen.

Weitere Informationen
Jochen Traar

21.03.2013 - 02.06.2013:

ART PROTECTS YOU Jochen Traar [nichts und alles oder]
Jochen Traar, 1960 in Essen (D) geboren und in Kärnten aufgewachsen, studierte bei Bruno Gironcoli an der Akademie der bildenden Künste in Wien. Der Künstler selbst versteht sich, obzwar er sich in seiner Arbeit eines äußerst heterogenen und weitgefächerten Spektrums an künstlerischen Möglichkeiten bedient, dennoch als Bildhauer, dessen Tätigkeitsfeld sich auf einen erweiterten Begriff von Skulptur bezieht. Der Bogen spannt sich von skulpturalen und installativen Werken im Sinne von herkömmlichen dreidimensionalen plastischen Arbeiten, die zumeist auf einfachen Alltagsmaterialien bzw. auf unspektakulären Gegenständen des täglichen Gebrauchs begründet sind, in denen die Bedingungen und Mittel des räumlichen Gestaltens untersucht werden, bis hin zu quasi sozialen Skulpturen, als partizipatorische, orts- und situationsspezifische Interventionen und Projekte im öffentlichen Raum, die grundlegend der Thematik von Strategie und Struktur im gesellschaftlichen Zusammenhang gewidmet sind. Mit Scharfsinn und Humor begegnet Jochen Traar der soziopolitischen Realität unserer und seiner Lebenswelt und seziert und analysiert ihre Funktionsmuster und Zusammenhänge, um sie dem Betrachtenden in Anschauung und Erfahrung zu vermitteln. Der Einbezug des Rezipierenden überrascht, verwirrt und fordert ihn auf – bei allem Unterhaltungswert der künstlerischen Inszenierung –, einen kritischen Blick hinter die trügerischen Kulissen des privaten und des öffentlichen Alltags zu werfen. Die Banalität des ersten Blicks erweist sich in der Reflexion als effektives Mittel subtiler Entlarvung. Die aktuelle Schau präsentiert unterschiedliche Werkserien der vergangenen zwei Jahrzehnte – allesamt überaus ungewöhnliche Resultate einer äußerst unkonventionellen künstlerischen Praxis. Die Ausstellungsinhalte sind in einer begleitenden Publikation mit Texten von Bernd Liepold-Mosser, Reinhard Kacianka, Andreas Krištof, Martin Kušej und Christine Wetzlinger-Grundnig zusammengefasst und dokumentiert.


 2012
 

Fritz Steinkellner/Personale

12.12.2012 - 24.02.2013:

"Fritz Steinkellner. Eine Werkschau"
Fritz Steinkellner (geb. 1942), der in den frühen 1970er-Jahren mit Siebdrucken bekannt geworden ist, ist eine jener österreichischen Künstlerpersönlichkeiten, die sich Zeit ihres Schaffens am Rande des Kunstbetriebs bewegt und ihre eigene Arbeit kompromisslos vorangetrieben haben. Abseits des Sogs aktueller Tendenzen hat der Künstler in den vergangenen vier Jahrzehnten ein überzeugendes, einzigartiges Œuvre entwickelt, dessen Qualitäten es noch zu entdecken gilt! Das umfangreiche und vielschichtige Werk umfasst die Medien Zeichnung, Malerei, Druckgrafik und Objektkunst. In unterschiedlichen Phasen werden die zentralen Fragestellungen nach Gegenstand und Abbild, Transformation und Verwandlung, letztlich nach Wahrnehmung und Erkenntnis in immer neuen Varianten inhaltlicher Aufladung und technischer Ausführung umkreist. Dabei werden die bildnerischen Mittel bis an die Grenzen des Möglichen herangeführt. Zentral im Werk ist das Spiel der Wandlung. Der Wechsel des Motivs von einem Medium in das andere und die Veränderung des jeweiligen Fokus zeitigen eine überwältigende Palette verschiedener Erscheinungsformen. Fritz Steinkellner sucht nach einer geeigneten Sprache, um die Möglichkeiten künstlerischer Arbeit auszuloten. Die intellektuelle Auseinandersetzung wird bildnerisch ergründet und in ein visuelles Werk überführt. Die faszinierende Vielfalt seines Schaffens, das in ein subtiles System geistiger und formaler Ordnungen eingebunden ist, wird in der Ausstellung eindrucksvoll präsentiert. Es sind Arbeiten sämtlicher Werkphasen versammelt, die in der spezifischen Zusammenstellung den Umfang und die Tiefe des Œuvres vorführen sowie die stringenten Werkzusammenhänge, über alle Grenzen von Inhalt und Form hinweg, anschaulich und verständlich machen.

Abb.: Arnold Clementschitsch, Landschaftsstudie am Wörthersee, 1957, Öl auf Leinwand 38,5 x 52 cm © MMKK: Ferdinand Neumüller

27.09.2012 - 25.11.2012:

fokus sammlung 03. LANDSCHAFT
Die Landschaft ist neben dem Historienbild, dem Porträt und dem Stillleben die bedeutendste Gattung der Malerei. Die Entwicklung des Genres, das in Europa erst seit dem 17. Jahrhundert eine eigenständige Bildgattung darstellt, zeigt eine Geschichte vielfältigster Einflüsse und Veränderungen, die stets mit der jeweiligen darstellerischen Absicht in Zusammenhang stehen und in den wechselnden sozio-politischen und kultur-philosophischen Bedingungen begründet sind. Die Landschaftsmalerei bezieht sich auf die bildliche Darstellung des Naturraumes bzw. auf einen Ausschnitt daraus. Häufige Motive sind die Ebene, Wald-, Park-, Fluss- und Dorflandschaften, Stadtansichten, Meeres- oder Seestücke, die Küste und das Gebirge. Diese Themen spiegeln sich auch in der Ausstellung wider, ergänzt durch aktuelle zeitgenössische Auseinandersetzungsformen mit der Thematik, formuliert in malerischen Abstraktionen oder fotografischen und filmischen Konstruktionen von Landschaft. In der Ausstellung werden etwa 160 Werke aus der Kunstsammlung des Landes Kärnten/MMKK gezeigt, die unterschiedliche Positionen der Landschaftsdarstellung im 19., 20. und 21. Jahrhundert dokumentieren. Sie vermitteln einen repräsentativen Querschnitt der Sammlungsqualitäten und geben ein Bild heterogener künstlerischer Auffassungen in einem weiten Spektrum wieder. Dem 19. Jahrhundert, in dem die Grundlagen für die Moderne vorbereitet wurden, ist ein eigener Abschnitt gewidmet, hier finden sich Werke von Max und Eduard von Moro, Markus Pernhart und der Brüder Ludwig und Josef Willroider. Die Arbeiten der Künstlerinnen und Künstler des 20. und 21. Jahrhunderts sind in den oben genannten Motivgruppen in den einzelnen Ausstellungsräumen zusammengestellt. Die Besucherinnen und Besucher sind eingeladen, bei einem interessanten und vergnüglichen Spaziergang durch diese abwechslungsreiche Landschaft das Potential und die Vielfalt des Genres zu erleben.

Hermann Nitsch/Personal

21.06.2012 - 09.09.2012:

Hermann Nitsch/Personale
Das Museum Moderner Kunst Kärnten widmet sich in einer umfangreichen Personale dem vielschichtigen und facettenreichen Werk von Hermann Nitsch – einem der bedeutendsten und zugleich umstrittensten österreichischen Gegenwartskünstler. Die Ausstellung präsentiert Arbeiten aus sämtlichen Perioden des weitläufigen, jedoch äußerst stringenten Œuvres, in dem letztlich alle Aspekte im Gesamtkunstwerk des Orgien Mysterien Theaters kulminieren, und bezieht sich auf alle Disziplinen und Mittel sinnlicher Ausdrucksform, derer sich der Universalkünstler Hermann Nitsch bedient, um – im Hinblick auf eine Intensivierung und orgiastische Steigerung der Wahrnehmung und Empfindung – alle fünf Sinne zu berühren und in einem exzessiven Gesamterlebnis zusammenzuführen. Der Überblick reicht von frühen malerischen und zeichnerischen Werken der 1950er-Jahre, in denen der Künstler figürliche Darstellungen religiösen Inhalts von historischen Vorläufern wie Rembrandt oder etwa Tintoretto nachempfindet, über die Aktionsmalerei, Schüttbilder und Bildobjekte, bis zu aktuellen malerischen Arbeiten. Ein besonderes Augenmerk gilt der Grafik, die sich von der informellen Zeichnung über die Architekturzeichnungen des Orgien Mysterien Theaters bis hin zum überwältigenden druckgrafischen Werk des Künstlers erstreckt. Einbezogen sind ebenso fotografische wie filmische Dokumentationen wie auch Aktionsrelikte, Musik, skripturale Partituren, Farbskalen und eine Geruchsapotheke, die die Zusammenschau aller Teilbereiche des Gesamtkunstwerks ergänzen. Einen besonderen Höhepunkt bildet die Burgkapelle, die von Hermann Nitsch genutzt wird, um – in geradezu idealtypischer Weise – die eigenen religiösen Werkaspekte vor dem historischen, barocken Freskenschmuck von Josef Ferdinand Fromiller zu spiegeln. Die Werke der Personale stammen zu einem Gutteil aus dem Besitz des Künstlers, darüber hinaus gibt es zahlreiche Leihgaben von österreichischen und internationalen öffentlichen und privaten Sammlungen

Sammlung Sigrid und Franz Wojda

22.03.2012 - 03.06.2012:

Sammlung Sigrid und Franz Wojda. Ein Leben mit zeitgenössischer Kunst
Sigrid und Franz Wojda, beide in Kärnten geboren und in Wien sowie im Burgenland ansässig, haben in den vergangenen 40 Jahren gemeinsam eine beachtliche Sammlung zeitgenössischer österreichischer und internationaler Gegenwartskunst aufgebaut, die heute wohl zu den bedeutendsten Privatsammlungen dieses Landes zählt. Die aktuelle Ausstellung soll mit 146 Arbeiten von 57 Künstlerinnen und Künstlern den Schwerpunkt der Sammlung, der sich auf reduktive, konzeptuelle und analytische Kunst bezieht, umfassend darstellen. Die ausgestellten Werke repräsentieren das Herzstück der Sammlung Sigrid und Franz Wojda, die vor allem Malerei und Grafik, aber auch Skulpturen, Installationen, Animationen und Videos beinhaltet. Die Bandbreite der Werke reicht von Klassikern der minimalistisch-abstrakten Malerei, wie den US-Amerikanern Josef Albers oder Robert Barry, über Arbeiten der nachfolgenden Generation internationaler Stars, darunter François Morellet, Helmut Federle, Günter Umberg, Imi Knoebel oder Katharina Grosse, bis hin zu den übernational reüssierenden österreichischen Künstlerinnen und Künstlern Franz West, Heimo Zobernig, Gerwald Rockenschaub, Brigitte Kowanz, Erwin Bohatsch, Helmut Scheibl oder Herbert Brandl. Die Ausstellung wurde gemeinsam mit Sigrid und Franz Wojda sowie Edelbert Köb konzipiert. Sigrid Wojda, die mit großer Begeisterung vor rund zwei Jahren mit uns gemeinsam das Projekt aufgenommen hat, ist während der Konzeptionsphase völlig unerwartet schwer erkrankt und letzten Juli verstorben. Zu unserem größten Bedauern war es ihr nicht mehr möglich, die Finalisierung des Projektes mit ihrem umfassenden Wissen zu begleiten und die Umsetzung in der Ausstellung zu erleben. Als Zeichen der Ehrerbietung und Würdigung dürfen wir das Ausstellungsprojekt Sigrid Wojda widmen.


 2011
 

Melitta Moschik, Vektorvorlage, 2011, Ausschnitt

15.12.2011 - 04.03.2012:

MELITTA MOSCHIK. Reality Shapes
Der Titel der Ausstellung entspricht dem formalen Gestaltungsprinzip von Melitta Moschiks Gesamtwerk, in dem die Künstlerin visuelle Zeichen und Kürzel der Realität – mit denen wir heute, in einer mediatisierten Welt, in konkreter und virtueller Form kommunizieren – aufgreift und diese in den Kunstkontext überführt. Melitta Moschik nimmt gleichermaßen auf Positionen der Wissenschaft wie auf Phänomene der Alltagskultur Bezug und transformiert diese in Objekte und Installationen, deren reduzierte Formensprache die Konzentration auf die wesentlichen Informationsstrukturen ihrer Inhalte vermittelt. Die Ausstellung ist retrospektiv angelegt und zeigt Werkserien der Jahre 1991 bis 2011, die Fragen der Wahrnehmung und Repräsentation von Wirklichkeit behandeln. Die puristischen Werke – computergeneriert, umgesetzt in industriellen Materialien, maschinell hergestellt und geprägt von technologischer Ästhetik – thematisieren wissenschaftliche, soziokulturelle und mediale Phänomene und bewegen sich im Spannungsfeld von Kunst, neuen Medien und Architektur.

Weitere Informationen
Mar Vicente, Cuadrado azul, 2011

22.09.2011 - 20.11.2011:

streng geometrisch
Die Ausstellung versammelt 15 aktuelle zeitgenössische österreichische und internationale Positionen geometrisch-abstrakter, minimalistischer Kunst. Die einzelnen Beiträge repräsentieren heterogene Einzelpositionen, die in der Ausstellung in der Weise verknüpft werden, dass ein möglichst umfassender Überblick über die große Vielfalt heutiger Möglichkeiten und Tendenzen innerhalb des konstruktivistischen Spektrums vermittelt werden kann. Die Arbeiten sind weitestgehend durch unterschiedliche Ansätze, Intentionen und historische Bezugspunkte motiviert. Das verbindende Element ist der stilistische Impetus: der Wille zur unfigurativen, geometrischen Gestaltung – die sich als eine mögliche Variante bildnerischen Denkens und Handelns anbietet, deren Wurzeln in den konstruktivistischen bzw. konkreten Strömungen des frühen 20. Jahrhunderts liegen und die ihre Tragfähigkeit bis heute nicht verloren hat –, und ihre nunmehr bereits rund einhundertjährige Entwicklungsgeschichte, auf die sich die Künstlerinnen und Künstler heute beziehen können. Die Auswahl der Beiträge konzentriert sich auf aktuelle Arbeiten in den unterschiedlichsten medialen Möglichkeiten, von der Malerei über die Zeichnung, Film und Fotografie, Objekt- und Rauminstallation bis hin zu Animationen und (Farb/Licht-)Projektionen sowie zu akustischen Experimenten. Moderne und ungewöhnliche Mittel und Materialien, wie Plexiglas, Schwarzlicht und Polyester oder filigrane Papier- und monumentale Filzfaltungen, treffen aufeinander und beschreiben ein überraschendes, spannendes und abwechslungsreiches Bild einer Kunstform, die es in Österreich, in ihrer ganzen Bandbreite und Bedeutung, erst zu entdecken und nachhaltig zu positionieren gilt. KünstlerInnen: Hellmut Bruch | Inge Dick | Sabina Hörtner | Manuel Knapp | Suse Krawagna | Eric Kressnig | Zorka L-Weiss | Manfred Mörth | Ingo Nussbaumer | Harald Pompl | Miriam Prantl | Regine Schumann | Gerold Tagwerker | Mar Vicente | Peter Weber

Elisabeth Guttenberg-Sterneck, Selbstbildnis, 1935, Öl auf Leinwand, MMKK, Foto: Ferdinand Neumüller

09.06.2011 - 04.09.2011:

fokus sammlung 02. ANSICHTSSACHEN. Menschenbilder
Eröffnung: Mittwoch, 8. Juni 2011, 19.30 Uhr | „ANSICHTSSACHEN. Menschenbilder“ ist die zweite Ausstellung in der Reihe fokus sammlung, deren Ziel es ist, den Bestand der Kunstsammlung des Landes Kärnten zu bearbeiten und der Öffentlichkeit vorzustellen. Der Sammlungsinhalt soll jährlich in einzelnen Ausstellungen mit wechselndem Thema unter immer neuen Blickwinkeln geprüft und in seiner Qualität und Vielfalt präsentiert werden. Das Menschenbild ist neben der Landschaftsmalerei das bedeutendste Genre der Sammlung. Das Motiv ist von dauerhafter Attraktivität, der Mensch, ob in seiner äußeren Gestalt oder in seiner Befindlichkeit, als leibliches oder psychisches Wesen, als Individuum oder im sozialen Kontext, als ästhetischer oder diskursiver Gegenstand, hat stets, in unterschiedlicher Weise, die künstlerische Auseinandersetzung herausgefordert. In der Ausstellung wird das Genre querschnitthaft, anhand von etwa 130 Werken von 60 KünstlerInnen, in einem möglichst breiten Spektrum von unterschiedlichen Medien, von der Malerei, Zeichnung und Fotografie bis zu skulpturalen und elektronischen Techniken, vorgeführt. Die Beiträge, vom Biedermeierporträt bis zu heutigen Darstellungen, sind nach den klassischen Kategorien des Genres Porträtkunst systematisiert, nach Kinderporträt, Familienbild, Damen-, Herren- und Selbstporträt, dem weiblichen und männlichen Akt, nach Einzel-, Doppel- oder Gruppenbildnis gegliedert und nach Themenkreisen, die sich aus der Sammlung ergeben haben. Es treffen Werke aufeinander, die sich in einem zeitlichen Rahmen von bis zu 200 Jahren bewegen und sich in der Konfrontation bewähren müssen. Im direkten Gegenüber werden Merkmale und Qualitäten verglichen und gleichzeitig wird eine kleine Entwicklungsgeschichte des jeweiligen Themas erzählt.

Annette Schröter, Wildwuchs 8, Papierschnitt 2010, Foto: Erasmus Schröter

17.03.2011 - 22.05.2011:

CUT SCHERENSCHNITTE. 20 aktuelle Positionen
Eröffnung: Mittwoch, 16. März 2011, 19 Uhr Der Scherenschnitt findet sich in den verschiedensten Kulturen und kann auf eine mehr als tausendjährige Entwicklung verweisen, deren Wurzeln in China liegen. In der europäischen Kulturgeschichte, seit ca. 1600 n. Chr. nachweisbar, erfährt er seine Blüte in den Schattenrissen und Silhouetten des 18. und 19. Jahrhunderts. Danach hat dieses Genre, neben seiner untergeordneten Rolle als Experimentierfeld künstlerischer Ideen, kaum Bedeutung und wird allenfalls im Kunsthandwerk tradiert. Erst in den letzten Jahren hat es wieder an Relevanz gewonnen und rückt zusehend in den Fokus der Aufmerksamkeit des Kunstbetriebs – interessant hinsichtlich seiner immensen gestalterischen Möglichkeiten, derer sich die KünstlerInnen heute in vielfältiger Weise ohne Berührungsängste bedienen und die sie neu interpretieren. Das historische Mittel hat sich von seiner herkömmlichen Erscheinungsart – als kleines, zweidimensionales Schattenbild aus Papier geschnitten – weitestgehend gelöst und hat den Raum erobert, in dem es in einer großen Bandbreite in unterschiedlichsten modernen Materialien, Techniken und Formen, häufig großformatig, realisiert wird: vom klassischen Papierschnitt über Acrylglas-, diverse Kunststoff- und Metallschnitte sowie in textilen Tableaus. Es erscheint entweder als Bildwerk, als skulpturales Objekt oder Installation, raffiniert belichtet und inszeniert, als Schattentheater räumlich projiziert oder als dynamisiertes Bild in Film und Video. Der Scherenschnitt ist im zeitgenössischen Kontext zu einem faszinierenden, eigenständigen Medium avanciert, das die ihm ursprünglich zugeschriebenen Aufgaben der mimetischen bzw. idyllischen Wiedergabe der Gegenstandswelt oder des bloßen ornamentalen Dekorums bei weitem überschreitet und sich nun, jenseits aller romantischen und traditionsbehafteten Vorstellungen, mit neuen Inhalten aufgeladen, als tragfähiges Mittel der kritischen Auseinandersetzung mit aktuellen Fragestellungen von Kunst und Gesellschaft erweist. | KÜNSTLERINNEN: Gabriele Basch, Christian Boltanksi, Ulla von Brandenburg, Felix Droese, Jeanne Faust, Katharina Hinsberg, Werner Hofmeister, Julia Horstmann, Lisa Huber, Gudrun Kampl, William Kentridge, Birgit Knoechl, Philip Loersch, Rupprecht Matthies, Charlotte Mc Gowan Griffin, Melitta Moschik, Olaf Nicolai, Annette Schröter, Stefan Thiel, Kara Walker Die Ausstellung „CUT. Scherenschnitte“ wurde in Kooperation mit der Hamburger Kunsthalle realisiert. KuratorInnen Hamburg: Petra Roettig und Henrike Mund | Kuratorin Klagenfurt: Christine Wetzlinger-Grundnig


 2010
 

Ferdinand Penker, Ohne Titel, 2010, 150x200 cm, Tempera auf Leinwand

16.12.2010 - 27.02.2011:

Ferdinand Penker
Eröffnung: 15. Dezember 2010, 19 Uhr Ferdinand Penker entwickelt seit den 1970er Jahren konsequent ein geschlossenes Œuvre, das auf der Basis konstruktiver und konkreter Ideen begründet ist und das sich unter dem Einfluss der amerikanischen Farbfeldmalerei und der Minimal Art sowie europäischer reduktiver Tendenzen formuliert. In einem selbstreflexiven Verfahren werden die Malerei, ihre Mittel, ihr Potential und ihre Rahmenbedingungen hinterfragt und stetig erweitert. Das Werk zeichnet sich durch seine analytische Qualität und durch die Kontinuität und Aktualität des Diskurses aus, die dem Künstler eine unikale Position innerhalb der modernistischen österreichischen Malerei einräumen. In den 1970er Jahren ersinnt Penker ein verbindliches Vokabular und eine Methodik, die in der Verfolgung eines Gestaltungsgedankens innerhalb des Werks vielfältig variiert und progressiv forciert werden. Im Mittelpunkt der künstlerischen Arbeit stehen die Linie – die bildnerisch aus der Beschäftigung mit Raum und Architektur abgeleitet wird – und die daraus konstruierte Struktur und das Malen dieser Komponenten. Aus der seriellen Wiederholung identischer Striche bilden sich flächige Ordnungen – abstrakte Komposition als formale Resultate der Methode des spezifisch skripturalen Farbauftrags, homogen, minimalistisch und tendenziell monochrom. Entscheidend ist die Erweiterung der Malerei in den Raum in den 1990er Jahren, die die autonome Entität des Bildes aufbricht und den Radius der Auseinandersetzung expansiv vergrößert. Ferdinand Penker wurde 1950 in Klagenfurt geboren und studierte von 1968-72 in Graz Medizin und Kunstgeschichte. Von 1977-87 hielt er sich in den USA auf und war als Professor an der University of California in Davis tätig. Heute lebt und arbeitet der Künstler in Preding in der Steiermark.

Abbildung: Inge Vavra, Realakt Spurensuche, 2003 (Detail), Foto: Gerhard Maurer

23.09.2010 - 28.11.2010:

HEIMAT | DOMOVINA
Der Heimatbegriff hat sich im Laufe der Zeit ständig verändert – von seiner ursprünglichen Definition als geografischer Raum, seiner rechtlich relevanten Bedeutung in Beziehung auf Eigentum und Besitz, über seine romantische Definition, von seiner Wandlung vom privaten zum politischen Begriff bis zur ideologischen Belegung und emotionalen Aufladung – und ist so selbst zu einem Instrument der Spiegelung historischer, sozialer und psychischer Prozesse geworden. Die Ausstellung Heimat | Domovina soll einen zeitgenössischen Diskurs zum Begriff Heimat liefern. Anhand der Arbeiten von 16 KünstlerInnen aus Kärnten und Slowenien soll eine aktuelle Bestandsaufnahme und Prüfung des Begriffs vorgenommen werden. Die Ergebnisse sind in allen Bereichen – im privaten, gesellschaftlichen, historischen und politischen – angesiedelt und ergeben ein weites, heterogenes Spektrum an möglichen Zugängen zum Heimatbegriff am Anfang des 21. Jahrhunderts, das durch Globalisierung, Multikulturalismus, Mobilität, Entortung und Migration gekennzeichnet ist. Zugleich führen die Arbeiten vor, was Heimat für den Einzelnen bedeuten kann, welche Probleme, aber auch welche Vorzüge damit verbunden sein können, was das Individuum bewegt, herausfordert und Kritik provoziert, aber auch was Vertrauen und Sicherheit vermittelt und Sehnsüchte erzeugt. Insgesamt stellt sich die Frage nach einem zeitgemäßen Verständnis von Heimat abseits der territorialen Bindung und nicht zuletzt danach, wie man mit einem Begriff umgeht, der einerseits in unserer Geschichte aufs Schrecklichste missbraucht wurde und der andererseits heute, in einer vernetzten, grenzenlosen Welt, beinahe obsolet ist. KünstlerInnen: JOSEF DABERNIG | INES DOUJAK | WERNER HOFMEISTER | IRWIN | CORNELIUS KOLIG |ERNST LOGAR | INA LOITZL | EVA PETRIČ | TADEJ POGAČAR | MEINA SCHELLANDER | NICOLE SIX & PAUL PETRITSCH | NIKA ŠPAN | JOCHEN TRAAR | PETRA VARL | INGE VAVRA | REIMO WUKOUNIG



03.06.2010 - 05.09.2010:

fokus sammlung 01. Malerei und Zeichnung
fokus sammlung ist der Titel einer neuen Ausstellungsreihe, die regelmäßig die Sammlungsinhalte unter wechselnder thematischer Schwerpunktsetzung und durch eine spezifische Auswahl von unterschiedlichen Blickpunkten her durchleuchtet. Indem die Werke immer wieder in ein neues Bezugsfeld gestellt werden, soll die Sammlung abwechslungsreich und umfassend in ihrer Vielfalt und Qualität ausgelotet und, entsprechend ihrem Wesen, als dynamisch und sich stetig verändernd dargestellt werden. Zugleich unterzieht sich das Museum einer ständigen Reflexion seiner zentralen Aufgabe. Die aktuelle Schau befasst sich mit Malerei und Zeichnung, mit dem Verhältnis beider Gattungen zueinander und mit ihrer Entwicklung in den vergangenen 150 Jahren, die anhand ausgewählter, vielfach nie zuvor ausgestellter Werke von 17 Künstlerinnen und Künstlern mit differenten methodischen und thematischen Ansätzen aufgezeigt wird. Die Gattungen sind in der ganzen Bandbreite ihrer Möglichkeiten, vom Hilfswerkzeug der mimetischen Abbildung bis hin zum autonomen, selbstreferenziellen Mittel, im naturalistischen, gegenständlich-figurativen, abstrahierenden und im gegenstandslosen Gestaltungszusammenhang vorgeführt. Zugleich wird die Sammlung durch das didaktische, chronologische Konzept kunsthistorisch beschrieben und die überregionale Relevanz der Tätigkeit der Kärntner Künstler und Künstlerinnen unterstrichen. KünsterInnen: Hans Bischoffshausen | Hans (Jean) Egger | Bruno Gironcoli | Giselbert Hoke | Wolfgang Hollegha | Gustav Januš | Anton Kolig | Kurt Kocherscheidt | Alois Köchl | Peter Krawagna | Maria Lassnig | Franz Yang-Močnik | Valentin Oman | Hans Staudacher | Franz Wiegele | Ludwig Willroider | Reimo Wukounig

Herbert Boeckl, Wasserturm in Wien-Favoriten, 1930, Kunstsammlung des Landes Kärnten/MMKK

18.02.2010 - 16.05.2010:

Herbert Boeckl. Retrospektive
Die Ausstellung zum Werk von Herbert Boeckl zeigt einen Überblick über fünfzig Jahre moderne Kunstproduktion. Trotz der gravierenden Zäsuren zweier Weltkriege konnte der aus Kärnten stammende und in Wien lebende Maler kontinuierlich über Jahrzehnte hinweg sein Projekt einer Moderne entwickeln, die aus der mitteleuropäisch-mediterranen Tradition schöpft. In mehreren Werkphasen spannt sich so ein reiches Spektrum von der Linienkunst der Wiener Secession über die Rezeption der Kunst Paul Cézannes in den 1920er Jahren und den expressiven Realismus der 1930er Jahre bis hin zur kubistisch inspirierten Farbflächenmalerei der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg. Mit den frühen Kärntner Landschaften, den Bildern zur "Anatomie" aus 1931 und den großen Zyklen der Zeit nach 1945 zeigt die Schau eine Reihe von Höhepunkten dieses überaus kompexen Œuvres. Es verbindet die Ideale der klassischen Moderne der Zeit von Egon Schiele und dem frühen Oskar Kokoschka quer durch die internationale Krise der Avantgarden in den 1930er und 1940er Jahren mit dem Beginn der "globalisierten" Kunstproduktion in den 1960er Jahren. Als Akademieprofessor und einlussreiche Persönlichkeit des Kunstbetriebs im Ständestaat und in der jungen zweiten Republik verband Boeckl als einer der wenigen offiziell anerkannten und gewürdigten modernen Maler Österreichs stets den heimischen Kunstbetrieb mit den internationalen Entwicklungen. Mit dem Wandbild im Dom von Maria Saal, dem großen Altartriptychon und den Fresken in der Benediktinerabtei Seckau leistete Boeckl zudem bedeutende Beiträge zur modernen Sakralkunst.


 2009
 

Caroline Heider, Like Models (Alice), c-print, 2009

01.10.2009 - 31.01.2010:

Zeitgenössische Fotografie. Neue Positionen aus Österreich
Im Mittelpunkt der diesjährigen Herbstausstellung im Museum Moderner Kunst Kärnten steht die zeitgenössische Fotografie in Österreich. Mit dem Fokus auf FotokünstlerInnen, die aus Kärnten stammen oder bereits in der Sammlung des Museums vertreten sind, sowie jungen FotokünstlerInnen aus Österreich, gibt die Ausstellung einen Einblick in aktuelle Positionen. Arbeiten von AbsolventInnen der Fotoklassen an der Wiener Akademie der bildenden Künste sowie an der Universität für angewandte Kunst werden in Dialog zu bereits arrivierten FotokünstlerInnen gestellt. Ebenso werden medienübergreifende Arbeiten in den Bereichen Skulptur, Video und Film einbezogen. Die Themen, die in der Fotografie aufgegriffen werden, reichen von Darstellungen einer vernetzten, globalen Welt durch Hubert Blanz über aktuelle gesellschaftspolitische Bezüge, wie sie Lukas M. Hüller, Borjana Ventzislavova oder Katharina Gruzei ins Bild setzen, bis hin zu neuen Zugängen zur Landschaft und zum Porträt, zu sehen u.a. in den Arbeiten von Jutta Strohmaier oder Markus Guschelbauer. Vielfach ist der Zugang der FotokünstlerInnen zum Thema auch verbunden mit einem performativen Agieren vor der Kamera, wie bei Anja Manfredi oder Nina Rike Springer. Der leicht ironisch-kritische Bezug mancher Arbeiten steht im Kontext einer sensiblen Wahrnehmung der Realität. Gemeinsam ist vielen Arbeiten die Tendenz zu einer installativen Inszenierung der Fotografie.

Dragoljub Raša Todosijević  Gott liebt die Serben  1997/2002, Foto Nils Klinger, courtesy Sammlung Block, Moen

03.07.2009 - 13.09.2009:

On Normality. Kunst aus Serbien 1989-2001
In Kooperation mit MoCAB (Museum of Contemporary Art Belgrad) / In einer bahnbrechenden Ausstellung stellte das Museum zeitgenössicher Kunst Belgrad 2005 nach dem Zusammenbruch Jugoslawiens erstmals das zeitgenössische Kunstgeschehen in Serbien von 1989 bis 2001 vor. Diese Eckdaten markieren die Machtübernahme durch Slobodan Milošević bis hin zum Ende des Regimes und den ersten demokratischen Parlamentswahlen 2001. Das Jahrzehnt unter Milošević war gekennzeichnet von Kriegen, ethnischen Säuberungen und dem sozialen, wirtschaftlichen und politischen Zerfall des Landes. In diesem restriktiven ideologischen Umfeld haben die KünstlerInnen im Untergrund ihre Erfahrungen und ihr politisches Engagement ausgedrückt. Die zentrale Auseinandersetzung kreist um die Frage nach der kulturellen Identität innerhalb der kriegserschütterten Region. In Bezugnahme auf Krieg, Gewalt und politische Unterdrückung begegnen die KünstlerInnen den Grausamkeiten der Macht mit kritischen Statements, die nicht zuletzt von der Hoffnung auf eine Rückkehr in die Normalität getragen werden. / KünstlerInnen: Milan Aleksić, Association Apsolutno, Biljana Đurđević, Uroš Đurić, Adrian Kovacs, Zoran Marinković, Goranka Matić, Era Milivojević, Zoran Naskovski, Vladimir Nikolić, Tanja Ostojič, Neša Paripović, Vesna Pavlović, Bálint Szombathy, Talent, Zoran Todorović, Dragoljub Raša Todosijević, Milica Tomić

Ausschnitt aus: Peter Zimmermann, beads 1, 2008, Epoxidharz/Leinwand, copyright Peter Zimmermann

21.03.2009 - 14.06.2009:

Peter Zimmermann. All You Need
Mit dem Aufkommen neuer Bildtechnologien, den so genannten Neuen Medien, wurden sowohl politische und gesellschaftliche als auch künstlerische Paradigmen in Bezug auf visuelle Systeme verhandelt. Seit der Mitte der 1980er Jahre nimmt Peter Zimmermann (Jg. 1956) in seiner künstlerischen Produktion diskursiv Bezug auf die aktuelle Frage nach einer adäquaten Konstruktion von zeitgenössischer Kunst. In seinem Schaffen, das hier einen Zeitraum von etwa zwanzig Jahren zusammenfasst, zeichnen sich zwei reflexive Strategien ab: Die frühen Arbeiten von Mitte der 1980er Jahre bis Anfang der 1990er Jahre basieren vor allem auf dem Konzept des Coverns und der Simulation, wohingegen die zahlreichen seit Mitter der 1990er Jahren entstandenen so genannten Blob Paintings auf einer Mediatisierung der Bildmotive beruhen. Im Zentrum steht das kognitive Wissen um die kulturelle Definitionsmacht visueller Bildpraktiken. Es ist eine Ästhetik der Täuschung, die Peter Zimmermann mittels diverser Simulationstechniken (Covern, Sampling, Remix) umsetzt. Die Materialität und die Sinnlichkeit der Zeichen geben sich als Elemente des Widerstands gegen eine semiologische Lesbarkeit zu erkennen, und die Bilder erscheinen als verführerisch glänzende Ereignisse, in denen sich der Moment der Kontingenz als ein Paradigma der Moderne vorstellt.


 2008
 

Arnulf Rainer, Einhandschlag, 1973, Sammlung Essl

28.11.2008 - 15.02.2009:

Arnulf Rainer. Retrospektive. Malerei um die Malerei zu verlassen
Mit fast 100 Werken zeigt die Retrospektive einen repräsentativen Querschnitt des Œuvres Arnulf Rainers, der international zu den wichtigsten Vertretern der Moderne zählt. Die Ausstellung beginnt mit den frühen, gestisch abstrakten „Zentralisationen“, die Arnulf Rainer 1951 im Klagenfurter Künstlerhaus ausgestellt hat. Mitte der 1950er Jahre beginnt Rainer mit dem Zyklus der Übermalungen, die er auch auf Werken von Freunden und historischen Grafiken vornimmt. Die Bearbeitung von Fotovorlagen stellt eine zweite grundlegende Form der Überarbeitung dar. Ende der 1970er Jahre folgen die Totenmasken, die Fingerschmierereien, die Kreuzbilder und Tondi. Immer wieder greift Rainer die Themen Tod und Religion auf, die er in einer spannungsvollen Verflechtung von Form und Inhalt inszeniert. In seiner Kunst eröffnet er eine profilierte und radikale Auseinandersetzung mit der österreichischen Tradition und dem europäisch-amerikanischen Diskurs der Moderne.

Kiki Kogelnik. Look

07.07.2008 - 02.11.2008:

K08 - Emanzipation und Konfrontation - Kunst aus Kärnten 1945 bis heute
Das Museum Moderner Kunst Kärnten ist das Herzstück dieser Großausstellung mit einem Überblick über die Kunstentwicklung von 1945 bis heute. Der Aufbruch zur abstrakten Malerei wird u. a. mit Werken von Hans Bischoffshausen, Johann Fruhmann, Wolfgang Hollegha, Arnulf Rainer und Hans Staudacher dokumentiert. Anhand von grafischen Arbeiten wird zusätzlich der Weg von der Figuration zur abstrakten Formensprache nachvollzogen. Beispiele von Skulpturen aus der Meisterklasse Fritz Wotrubas wie von Otto Eder, Arbeiten von Anton Marcolin und dem Hanak-Schüler Othmar Jaindl zeigen den Aufbruch der Skulptur zu einer international beachteten Avantgarde auf. Daran schließt sich die Präsentation jener Kärntner KünstlerInnen an, die nach dem Zweiten Weltkrieg eine Konfrontation mit der internationalen Avantgarde suchten und sich in Wien, Paris und New York niederließen, darunter Hans Bischoffshausen, Kiki Kogelnik und Maria Lassnig. Mit der Übernahme der Meisterklasse für Bildhauerei an der Akademie der bildenden Künste Wien durch den Kärntner Bruno Gironcoli begann eine neue Ära der Skulptur, die mit der Einbindung neuer Materialien und einer Erweiterung und Veränderung des Skulpturenbegriffs einherging. Diese Entwicklung wird anhand einzelner Positionen aus Kärnten dargestellt. Für die Malerei der 80er- und 90er-Jahre stehen u. a. Giselbert Hoke, Gustav Januš, Kurt Kappa Kocherscheidt, Peter Krawagna, Valentin Oman, Wolfgang Walkensteiner und Reimo Wukounig. Dem folgt ein zeitgenössischer Teil, der von den wesentlichen Tendenzen der 90er-Jahre ausgehend bis in die Gegenwart führt. Arbeiten von Künstlern wie Ernst Logar, Claus Prokop, Heiko Bressnik oder Birgit Pleschberger zeigen die Verschränkung von Skulptur und Malerei mit Fotografie, Film und Installation. Im Bereich der Skulptur wurden zunehmend textile Materialien zum Ausdrucksmittel einer jüngeren Objektkunst, die etwa durch Künstlerinnen wie Gudrun Kampl, Barbara Bernsteiner und Edith Payer vorgestellt wird. Die Burgkapelle bespielt der Künstler Johannes Domenig mit der Rauminstallation „The Last Support“.

KunstLandschaft

05.06.2008 - 29.06.2008:

KunstLandschaft. Landschaftsmalerei in Kärnten
Das MMKK zeigt Landschaftsbilder aus seiner umfangreichen Sammlung. Mit der Auswahl der Werke wird erstmals eine kleine Geschichte der Landschaftsmalerei in der Kärntner Kunst vorgestellt. Es ist die anhaltende Faszination an der Landschaft, die die Künstler über einen Zeitraum von mehr als 150 Jahren inspiriert hat und bis heute zu immer neuen Bildfindungen anregt. Der Bogen spannt sich vom 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart, führt von den romantisierten, auch sakralisierten Landschaften eines Markus Pernhart über die Auflösung der Form bis hin zur vollständigen Abstraktion im 20. und 21. Jahrhundert. In den Werken von Herbert Boeckl, Arnold Clementschitsch, Jean Egger, Sebastian Isepp oder Anton Mahringer bis hin zu den jüngsten Beiträgen von Richard Klammer ist diese Entwicklung sehr schön zu erkennen. KünstlerInnen: Karl Bauer , Werner Berg, Hans Bischoffshausen, Herbert Boeckl, Arnold Clementschitsch, Jean Egger, Felix Esterl, Maximilian Florian, Franz Grabmayr, Sebastian Isepp, Gustav Januš, Richard Klammer, Maks Koželj, Peter Krawagna, Markus Krön, Anton Mahringer, Markus Orsini-Rosenberg, Eduard von Moro, Hermann Poschinger, Markus Pernhart , Arnulf Rainer, Ernst Riederer, Karl Stark, Erich Trost, Ernst Vollbehr, Maja Vukoje, Egon Wucherer, Ludwig Willroider, Willibald Zunk

Logo

08.05.2008 - 29.06.2008:

MMKK Länderspiel
Anlässlich der Fußball Europameisterschaft 2008 präsentiert das Museum Moderner Kunst Kärnten im Rahmen des Projekts "Kunst im Spiel" eine Reihe von hochrangigen künstlerischen Arbeiten, Installationen, Fotos und Filme, die das Thema Fußball in unterschiedlichen Facetten künstlerisch sportlich reflektieren. Fußball als Medienereignis, gigantischer Wirtschaftsfaktor und Life-Style-Phänomen besitzt mittlerweile Kultstatus und bietet ein gewaltiges Reservoir, das viele Künstler zur Auseinandersetzung animiert. Spielregeln, konventionelle Abläufe und Zusammenhänge werden mit Witz und Ironie in die künstlerische Perspektive verschoben. Werke u.a. von Stephan Balkenhol (GER), Stefan Banz (SUI), Werner Büttner (GER), Josef Dabernig (AUT), Stephen Dean (FRA), Manfred Erjautz (AUT), Werner Feiersinger (AUT), Thomas Grünfeld (GER), G.R.A.M. (AUT), Julie Henry (GBR), Gudrun Kampl (AUT), Cornelius Kolig (AUT), Markus Krön (AUT), Maria Lassnig (AUT), Olaf Nicolai (GER), Gabriel Orozco (MEX), Simon Patterson (GBR), Roman Signer (SUI)

Ausschnitt aus: Gerhard Richter, Abstraktes Bild, 1992, Daros Collection, Zürich

08.02.2008 - 20.04.2008:

abstrakt
Mit 25 anerkannten internationalen Künstlerpositionen der zweiten und dritten Generation nach 1945 werden in der Ausstellung unterschiedliche Konzepte eines abstrakten Bildbegriffs vorgestellt. Es handelt sich um Werke und Inszenierungen, die die Sprache einer heroischen Moderne aufgreifen, im Tonfall jedoch oftmals glatt und unpathetisch ihre Schönheit offen legen. Die größtenteils erstmals in Kärnten zu sehenden Werke repräsentieren das international beachtete Schaffen renommierter Zeitgenossen. Darunter finden sich die Fotokünstler Andreas Gursky und Wolfgang Tillmanns, der Engländer Tony Cragg, der Amerikaner David Reed, die Österreicher Gerwald Rockenschaub und Heimo Zobernig, die Deutschen Helmut Federle und Günther Förg - um nur einige zu nennen - bis hin zum derzeit wohl bedeutendsten deutschen Künstler überhaupt, Gerhard Richter.


 2007
 

Ausschnitt aus: Hans Staudacher, Kreuzfigur, 1986

25.10.2007 - 20.01.2008:

Hans Staudacher. Eine Retrospektive
Aus Anlass des 85. Geburtstages des Künstlers zeigt das MMKK eine umfassende Werkschau Hans Staudachers. Er gilt als der wichtigste Vertreter der informellen Kunst in Österreich und ist weit über die Grenzen des Landes bekannt. Seit Beginn der 1950er Jahre arbeitet er konseqeuent in einer gestischen und lyrischen Bildsprache. Die Ausstellung bietet einen Überblick über das Gesamtœvre. Rund fünfzig Gemälde und über zwanzig grafische Arbeiten sind zu sehen, darunter eine beträchtliche Anzahl von Werken, die zum ersten Mal öffentlich ausgestellt werden.

Ausschnitt aus: Mario Merz, Progressione di Fibonacci, 1971

06.06.2007 - 07.10.2007:

Frammenti dell'Arte Povera. Jannis Kounellis und Mario Merz in der Sammlung Speck
In Kooperation mit dem renommierten Kölner Privatsammler, Dr. Reiner Speck, zeigt das Museum Moderner Kunst Kärnten erstmals mit Mario Merz (1925 – 2003) und Jannis Kounellis (geb. 1936) zwei Hauptvertreter der ‘Arte Povera’ (arme Kunst). Diese, in den 60iger Jahren in Italien entstandene Kunstrichtung heute zu zeigen, bedeutet nicht nur sie zu aktualisieren und sie uns wieder ins Gedächtnis zu rufen, sondern vor allem auch nach ihrer Gültigkeit zu fragen.

Ausschnitt aus: Michaela Math, More Tree, 2005

23.03.2007 - 20.05.2007:

Blickwechsel No. 3 aus der Sammlung, Kunstankäufe 05/06
In der Reihe blickwechsel präsentiert das MMKK in regelmäßigen Abständen die Kunstankäufe des Landes Kärnten. Der Fokus liegt vor allem auf neuen Positionen junger Kärntner KünstlerInnen, die allesamt einen repräsentativen Überblick über das aktuelle heimische Kunstgeschehen geben.

Ausschnitt aus: Donald Baechler, Flowers, 2006

23.03.2007 - 20.05.2007:

Donald Baechler, Skulptur und Malerei
Das MMKK zeigt erstmals in Europa eine umfangreiche Werkschau des amerikanischen Malers und Bildhauers Donald Baechler. Baechler, Jahrgang 1956, konzentriert sich in seinen Arbeiten auf ein überschaubares Repertoire von symbolhaften Motiven, die er aus unterschiedlichen Kontexten herausfiltert und in einer ihm eigenen künstlerischen Ausdrucksform umsetzt. Die Offenheit in seinen Arbeiten kommt dem Blick unserer Zeit sehr entgegen und lässt jede Annäherung an sein Werk zu einer interessanten Begegnung werden.


 2006
 

Ausschnitt aus: Giselbert Hoke, Nada 19, 2005

23.11.2006 - 25.02.2007:

Giselbert Hoke - NADA
Das Museum Moderner Kunst Kärnten präsentiert in der Ausstellung NADA knapp 100 Arbeiten des bald 80jährigen Künstlers Giselbert Hoke. Der in Böhmen geborene Künstler wurde 1956 durch die von ihm gestalteten Fresken am Klagenfurter Bahnhof mit einem Schlag bekannt - und zunächst stark angefeindet. Seit 1961 lebt Hoke permanent in Kärnten. Im Zentrum der Ausstellung stehen 22 großformatige Arbeiten auf Leinwand der letzten Jahre, die, bis auf wenige Ausnahmen, noch nie in der Öffentlichkeit gezeigt wurden. Es sind, wie Hoke selbst sagt, "völlig gegenstandslose und namenlose Bilder, deren Motiv das Bild selbst ist..." Sie zeigen eine neue Qualität im Schaffen des Künstlers, überraschen jeden, der seine Arbeiten bis dahin kennt und tragen doch eindeutig seine Handschrift. Kleinformatige, teils - wenngleich nur chiffrenhaft - gegenständliche Bilder auf Papier ergänzen die Gemälde und veranschaulichen Hokes Arbeitsweise. Sie entstammen den Themenbereichen Figur und Landschaft und verdeutlichen seinen Weg zur Abstraktion. Ausstellungskurator und Herausgeber des reich bebilderten Buches zur Ausstellung ist Prof. Dr. Wieland Schmied

facing 1200°; Glaserzeugung in der Berengo Collection, Venezia

10.09.2006 - 05.11.2006:

facing 1200°, Glasskulpturen der Berengo Collection, Venezia
Die Tradition der Glaskunst von Murano und die Moderne: Ein von Adriano Berengo durch die Berengo Collection verwirklichter Traum, der heuer sein fünfzehnjähriges Jubiläum feiert. Die Sammlung entstand aus der Begegnung von KünstlerInnen aus der ganzen Welt mit dem Glas. Dieses jahrhundertealte Material verbindet perfekt - durch Glanz, Flüssigkeit und Durchsichtigkeit - Ansprüche und Utopien der zeitgenössischen Kunst. Die poetische Ader der KünstlerInnen, verbunden mit der handwerklichen Geschicktheit der Glasmeister von Murano, ist jener Zauber, der die außerordentlichen, erstmals im Museum Monderner Kunst Kärnten ausgestellten Skulpturen ins Leben rief. KünstlerInnen: Henrik Allert, Elvira Bach, Luigi Benzoni, Ernst Billgren, Sergio Bovenga, Martin Bradley, Dusciana Bravura, Mark Brusse, Pino Castagna, James Coignard, Reinhoud D'Haese, Erik Dietmann, Paul Flora, Gerda Gruber, Adi Holzer, Ursula Huber, Marya Kazoun, Christoph Kiefhaber, Koji Kinutani, Kiki Kogelnik, Riccardo Licata, Bengt Lindström, Roberto Matta, Aldo Mondino, Irene Naef, Teruo Onuma, Irene Rezzonico, Juan Ripollés, Sandro Sergi, Shozo Shimamoto, Lolita Timofeeva, Imai Toshimitsu, Hannes Van Es, Jan Van Oost, Michel Van Overbeeke, Koen Vanmechelen, Claude Venard, Silvio Vigliaturo, Luciano Zarotti, Robert Zeppel-Sperl, Tatiana Zhurkov

Ausschnitt aus: Arnulf Rainer, Mikrokosmos, 1994/95

14.06.2006 - 27.08.2006:

BIS HEUTE - Zwei Jahrhunderte moderner Kunst in Kärnten
Eine Zeitreise nimmt Sie mit in die Vergangenheit, zurück zu den Anfängen der modernen Kunst in Kärnten. Wir zeigen Ihnen bedeutende Werke aus zwei Jahrhunderten, die in internationalem Zusammenhang stehen. Beispiele der Porträtkunst des 19. Jahrhunderts und der zeitgleichen Landschaftsmalerei mit ihren Hauptvertretern Eduard von Moro, Markus Pernhart und den Brüdern Willroider stehen am Beginn der Präsentation. Der Bogen spannt sich weiter zu markanten Vertretern des Kärntner Expressionismus des frühen 20. Jahrhunderts, wie den Malern des "Nötscher Kreises", darunter Anton Kolig und Franz Wiegele. Die Kunst nach dem zweiten Weltkrieg beginnt in Österreich neu - mit vier KünstlerInnen aus Kärnten: Maria Lassnig, Arnulf Rainer, Hans Bischoffshausen und Hans Staudacher knüpfen an die internationale Kunst an. Der zeitgenössische Kunstdiskurs verlässt die konventionellen Mittel und weitet sich auf kunstfremde Materialien und Methoden aus. Als Teil einer internationalen Bewegung konfrontieren die KünstlerInnen das Publikum mit ihren Denk- und Spielansätzen und machen deutlich: Kunst reicht BIS HEUTE! Kurator: Univ. Doz. Dr. Arnulf Rohsmann

Ausschnitt aus: Maria Lassnig, Insektenforscher, 2003

16.02.2006 - 28.05.2006:

Maria Lassnig - Körperbilder
Das Museum Moderner Kunst Kärnten zeigt in Kooperation mit der Sammlung Essl, Klosterneuburg, Wien eine großformatige Einzelausstellung der international anerkannten Künstlerin Maria Lassnig (geb. 1919). In der Ausstellung liegt der Schwerpunkt der Auswahl auf den Werken aus dem Zeitraum von der Mitte der sechziger Jahre bis 2003. Der Fokus liegt auf der Malerei. Neben den Bildern stellt die Präsentation ihrer Filme und die bisher kaum gezeigten Skulpturen einen weiteren Höhepunkte der Ausstellung dar. Die ausgestellten Werke repräsentieren zeitlich den Rahmen, in dem sich Maria Lassnig als Künstlerin international positioniert. In ihren Werken reflektiert sie das konventionelle und avantgardistische Bildrepertoire, hinterfragt traditionelle Repräsentationsmuster und Bildgattungen. Die Körper-Bild-Erfahrung erklärt sie sowohl zum Thema ihrer Kunst als auch zum Thema ihrer künstlerischen Praxis. Maria Lassnig setzt sich vor allem mit der Frage nach der Körperrepräsentation, resp. dem ganzheitlichen Körperbild in der Malerei auseinander, das sie insbesondere in ihren Selbstporträts verhandelt. Der eigene Körper wird als Objekt oder Bild erfahrbar, die Grenzen zwischen Bild und Körper werden permanent verschoben. In einer signifikanten Verbindung aus Realität und Fiktion formuliert Maria Lassnig markante und sensible Sinnbilder, die ihre künstlerische Position auszeichnen.


 2005
 

Johann Fruhmann, Grün-blaue Komopsition, 1968

20.10.2005 - 22.01.2006:

Johann Fruhmann - Retrospektive
Anlässlich des 20. Todestages zeigt das MMKK eine Retrospektive des Kärntner Künstlers, der zu Lebzeiten vielfach geschätzt, in den vergangenen Jahren etwas in Vergessenheit geraten ist. Im Rahmen seiner künstlerischen Entwicklung hat sich Fruhmann zunehmend der Abstraktion verschrieben, die er mit einem gestischen Informel in Verbindung zu bringen verstand. Seine Kunst repräsentiert die Entwicklung der österreichischen Nachkriegskunst. Die Ausstellung ist eine Kooperation mit dem Leopold Museum in Wien, kuratiert von Professor Peter Baum und unterstützt von der Witwe des Künstlers, Christa Hauer-Fruhmann, und dem Kunsthändler Manfred Kopriva.

Ausschnitt aus: Thomas Baumann, Lichter dreht den Raum, 2005

22.09.2005 - 22.01.2006:

farb.räume
In der Ausstellung steht das Verhältnis von Farbe und Raum in den unterschiedlichen Gattungen und Medien im Zentrum. Die Künstler Thomas Baumann, Hans Jacoby, Flora Neuwirth, Peter Pommerer, Robert Schaberl und Esther Stocker thematisieren und reflektieren im Rahmen ihrer aktuellen Kunstproduktion die räumliche Dimension von Farbsetzungen im Raum. Die künstlerischen Beiträge zeichnen sich allesamt durch ihre Offenheit gegenüber konventionellen Praktiken aus. Gattungsgrenzen werden aufgehoben, implizite Bildhierarchien und traditionelle Praktiken der Sinnstiftung unterlaufen und in raumbezogene formale Strukturen übertragen, die eine andere Leseart eröffnen. In den installativen Inszenierungen werden unterschiedliche Facetten von räumlichen Farbsetzungen vorgestellt: der meditative Farbraum, die bildliche Simulation einer räumlichen Ansicht, der imaginäre Raum, die raumgreifende Papiercollage, der abstrakte Raum im konkreten Raum, der immaterielle Lichtraum und der begehbare Farbraum. Die Installationen erscheinen als dreidimensionale Wahrnehmungsräume, die aufgrund der räumlich evozierten Erfahrung den Betrachter unmittelbar in das Kunstwerk einbinden.

Ausschnitt aus: Georg Herold, Dürerhase, 1984

16.06.2005 - 28.08.2005:

Georg Herold
Herold, geb. 1947 in Jena, zählt zu den erfolgreichsten deutschen Künstlern der letzten zwei Jahrzehnte. In seinen Werken besticht er durch seine individuelle und originelle Kunstpraxis, in der er sich auch kritisch und humorvoll mit den Mechanismen des Kunstsystems auseinandersetzt. Die in enger Zusammenarbeit mit dem Künstler erarbeitete Werkschau bietet erstmalig einen Überblick über das Heroldsche Oeuvre, gezeigt werden mehr als 70 Arbeiten aus den letzten zwanzig Jahren. Zur Ausstellung erscheint ein umfangreicher, reich illustrierter Katalog, der einen umfassenden Überblick über das Gesamtkunstwerk gibt. Die Ausstellung ist eine Kooperation mit der Staatlichen Kunsthalle Baden-Baden und dem Kunstverein Hannover.

Ausschnitt aus: Pascal Danz, reflection (Tugendhat House, Mies van der Rohe), 2003

16.03.2005 - 29.05.2005:

Interior View - Künstler erforschen die Sprache der Architektur
Elf internationale KünstlerInnen setzen sich mit Architektur auseinander und stellen ihre individuellen Referenzen zur Disposition. Die einzelnen Werke geben einen guten Einblick, wie Architektur subjektiv und künstlerisch wahrgenommen werden kann. Indem sich die KünstlerInnen die Formensprache der Architektur – d.h. Pläne, Modelle und Fotografien von Gebäuden – aus künstlerischer Perspektive aneignen, vereinnahmen sie formale Eigenschaften als auch Konzepte und übersetzen diese in aussagekräftige emotionale bzw. psychologische Metaphern. Einige haben sich zum Ziel gesetzt, die Erinnerung an bestimmte (selbst erlebte oder in der kollektiven Geschichte verankerte) Orte wachzurufen, andere stellen das Medium der Architektur mit seinem Vokabular und seinen Konventionen grundsätzlich in Frage. Interior View präsentiert eine Reihe von ausgewählten Arbeiten, die sich mit architektonischen Formen, der Wahrnehmung und Projektion in Form zweidimensionaler Flächen (Silke Schatz, Pascal Danz, Clare Goodwin, Catherine Yass) oder anhand der Plastizität der Skulptur (Thomas Schütte, Langlands & Bell, Toby Paterson, Monique Kwist) auseinander setzen und die Beziehung zwischen Gebäude und Mensch, zwischen räumlicher Struktur und Identität sichtbar werden lassen.



16.03.2005 - 29.05.2005:

Blickwechsel N°2. Aus der Sammlung Kunstankäufe 2004
Parallel zur Ausstellung Interior View zeigt das MMKK in der zweiten Auflage der Reihe blickwechsel die Kunstankäufe 2004. Jedes Jahr werden neue Arbeiten für die Sammlung erworben. Der Ankauf erfolgt einerseits aus den Mitteln des Bundes, der sogenannten Galerienförderung, mit der Richtlinie zeitgenössische Kunst in österreichischen Galerien zu erwerben. Andererseits werden die Ankäufe über eine Ausschreibung des Landes Kärnten getätigt, wobei eine international besetzte Jury die Auswahl bestimmt. Künstlerliste Ute Aschbacher, Alexandra Brandl, Ines Doujak, Sissi Farassat, Werner Feiersinger, Peter Kogler, Robert Kummer, Maria Lassnig, Markus Orsini-Rosenberg, Hans Schabus, Nina Rike Springer, Bernhard Tragut, Maja Vukoje


 2004
 

Ausschnitt aus: Gudrun Kampl, Sie mit dem Blümchen, 2000

25.11.2004 - 20.02.2005:

Blickwechsel. Aus der sammlung n°1
Die Ausstellung Blickwechsel. Aus der Sammlung n°1 ist der Auftakt einer Ausstellungsreihe, die zukünftig in immer unterschiedlichen Formaten die Werke aus der Sammlung des Landes Kärnten vorstellen wird. In der ersten Auflage steht das facettenreiche Spektrum der Sammlung im Vordergrund. Der Fokus liegt auf der Kunst der Nachkriegszeit, von den 60er Jahren bis heute. Bekannte Namen wie Bruno Gironcoli, Maria Lassnig, Hermann Nitsch und Arnulf Rainer treten in einen spannungsreichen Dialog mit jungen, aktuellen Positionen wie zum Beispiel Hans Schabus, Karin Sulimma und Tanja Widmann. Die unterschiedlichen Medien, Film- und Videoinstallationen neben traditionellen Bildtechniken wie Malerei und Grafik, stellen den Moment der Betrachtung ins Zentrum und laden Sie ein, immer wieder einen Blick zu riskieren und Neues zu entdecken.



16.05.2004 - 17.10.2004:

Eremiten-Kosmopoliten
„Eremiten-Kosmopoliten“ zeigt an vier Standorten einen Überblick und vertiefende Aspekte zur Entwicklung der modernen Malerei in Kärnten. MMKK – Museum Moderner Kunst Kärnten, Klagenfurt, Burggasse Von den Anfängen bis zum „Anschluss“ Stadtgalerie Klagenfurt, Theatergasse Vom Zweiten Weltkrieg bis zum Staatsvertrag Werner Berg-Galerie, Bleiburg Expressionismus und Melancholie: Werner Berg, Emil Nolde und die Neulandkünstler Museum des Nötscher Kreises, Nötsch im Gailtal Am Ursprung der Moderne: Kärntner Maler in Paris und am Mittelmeer Der Titel der Großausstellung bezieht sich auf die typischen Lebensverhältnisse moderner Künstler in diesem Land: Einerseits brachte das Sehnsuchtsbild einer erfolgreichen Karriere in den Weltmetropolen bedeutende Kärntner Maler wie Herbert Boeckl, Jean Egger, Maria Lassnig, Hans Staudacher oder Hans Bischoffshausen dazu, sich in Wien, Paris oder New York niederzulassen. Andererseits verführte die Verheißung einer authentischen künstlerischen Produktion in ursprünglichen Lebenswelten schon seit den Zeiten der bayerischen Brüder Willroider einige bedeutende, außerhalb Kärntens aufgewachsene Künstler wie Anton Kolig, Anton Mahringer und Werner Berg dazu, sich hier anzusiedeln. Neben diesen endgültigen Lebensentscheidungen gab es als drittes Modell typischer Kärntner Malerbiografien auch Künstler wie Franz Wiegele, Arnold Clementschitsch, Ludwig Heinrich Jungnickel, Erich Heckel, Stefan Pichler, Willibald Zunk, Reinhold Krassnig, Arnulf Rainer und Giselbert Hoke, die phasenweise oder zwischen ausgedehnten Reisen, durch kurze oder längere Lebensperioden, zur Kultivierung Kärntens als zweitem österreichischem Zentrum moderner Malerei neben Wien beitrugen. Dieses Kommen und Gehen, diese Migrationsdynamik wird auch im Corporate Design der Ausstellung durch Pfeilmotive ausgedrückt. Die Ausstellung wird von Dr. Agnes Husslein-Arco (Direktorin Museum der Moderne Salzburg) und Univ. Prof. Dr. Matthias Boeckl (Universität für angewandte Kunst Wien) kuratiert und zeigt mit über 400 Leihgaben aus zahlreichen nationalen sowie internationalen privaten und öffentlichen Sammlungen (siehe Liste) erstmals die Hauptwerke der modernen Malerei Kärntens in einem chronologisch und thematisch gegliederten Überblick.



17.02.2004 - 18.04.2004:

Sammlung Liaunig - 13 Kärntner Positionen nach 1945
Das Museum Moderner Kunst Kärnten zeigt von 17. Februar bis 18. April 2004 ausgewählte Werke von dreizehn Kärntner Künstler und Künstlerinnen aus der Sammlung Liaunig. Der renommierte Unternehmer Dkfm. Herbert Liaunig, geboren 1945 in Radenthein in Kärnten, hat in den vergangenen vier Jahrzehnten eine bemerkenswerte Kunstsammlung zusammengetragen. Mit insgesamt mehr als 2000 Werken zählt diese zu den umfangreichsten Privatsammlungen Österreichs. Der Sammlungsschwerpunkt liegt in der Kunst nach 1945, zeitgenössische Malerei, Grafik und Skulptur, vor allem österreichischer aber auch internationaler Künstler. Die zurzeit eingelagerten Arbeiten sollen in Zukunft in einem neuen Museum, das in Neuhaus in Kärnten errichtet werden soll, auf Dauer der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Quasi als Vorausschau bietet nun das Museum Moderner Kunst Kärnten erstmals einen Einblick in die private Sammlung Liaunig. Es wurden 13 Kärntner Künstler und Künstlerinnen ausgewählt, die chronologisch geordnet, jeweils in einem Raum der Ausstellung umfassend vorgestellt werden. Die Künstler und Künstlerinnen repräsentieren fundamentale Positionen der nationalen sowie der internationalen Kunstentwicklung in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Zu sehen sind Werke der österreichischen Nachkriegsavantgarde, von Arnulf Rainer, Maria Lassnig, Hans Staudacher und Johann Fruhmann, der Vertreter internationaler Bewegungen wie Hans Bischoffshausen, der Protagonisten spezieller österreichischer Phänomene wie etwa Wolfgang Hollegha und Kurt Kocherscheidt, Werke der Plastiker Otto Eder und Bruno Gironcoli, Rauminstallationen von Cornelius Kolig und Meina Schellander und zeitgenössische Malerei von Johann Julian Taupe und Johanes Zechner. Im Foyer des Museums Moderner Kunst Kärnten werden - Parallel zur Ausstellung - die Entwürfe für das geplante Museum Neuhaus, die von fünf geladenen Top-Architektenteams ausgearbeitet wurden und die von 5. Februar bis 11 Februar 2004 im Architekturzentrum/ Museumsquartier in Wien ausgestellt sind, präsentiert.


 2003
 

MMKK Burghof 2003

23.10.2003 - 31.01.2004:

0 1 2 view - Kunstankäufe 2000/01/02 im Kontext der Sammlung
Durch eine konsequente Sammlungsstrategie soll vor allem eine qualitätvolle Sammlung aufgebaut werden und eine ständige Aktualisierung des Bestandes erfolgen. Zugleich wird dadurch ein öffentlicher Bildungsauftrag wahrgenommen, das Schaffen der KünstlerInnen und die Tätigkeit der privaten Galerien – die einen fundamentalen Teil der Kulturarbeit leisten – anerkannt und gefördert. Die aktuellen Neuzugänge der Jahre 2000, 2001 und 2002, die von 37 Künstlern und Künstlerinnen angekauft wurden, werden gemeinsam mit ausgewählten Werken ausgestellt, die von den einzelnen KünstlerInnen bereits in der Sammlung des Landes Kärnten vorhanden sind. Durch dieses Konzept sollen formale und inhaltliche Bezüge zwischen den unterschiedlichen Arbeiten des eigenen Œuvres sowie zu den Werken der anderen KünstlerInnen hergestellt werden. Die Ausstellung soll die Neuerwerbungen als sinnvolle Ergänzungen und logische Erweiterungen des Bestandes darstellen. Ziel der Ausstellung ist, das hohe Niveau der Sammlung, das durch eine seriöse Ankaufstätigkeit konstant gewährleistet wird und werden soll, zu präsentieren. Nicht zuletzt sollen die Neuerwerbungen der interessierten Öffentlichkeit zugänglich gemacht und die Sensibilität für die Wahrnehmung zeitgenössischer Kunst geschärft werden. Benétik Rudi / Bogner Wolfgang / Bolt Catrin / Bressnik Heiko / Bressnik Uwe / Caroline / Cassini Theres / Druml Helga / Deutschbauer/Spring / Ebner Armin / Gironcoli Bruno / Hoke Tomas / Kampl Gudrun / Kollnitz Roland / Kos Michael / Krawagna Suse / Loitzl Ina / Maier Elke / Michenthaler Burgi / Moschik Melitta / Oman Valentin / Paulitsch Eva / Penker Ferdinand / Petschnig Maria / Pototschnik Ingrid / Reichmann Wolfgang / Russ Fritz / Schabus Hans / Schellander Meina / Schwarz Michael / Sulimma Karin / Traar Jochen / Tschachler-Nagy Gerhild / Tusch Gerold / Weiss-Richter Gertrud / Zechner Johanes / Zobernig Heimo

Alex Katz, chance

29.06.2003 - 05.10.2003:

Alex Katz. Cutouts
Das neu eröffnete Museum Moderner Kunst Kärnten zeigt in seiner aktuellen Sommerausstellung die Werke des bekannten amerikanischen Künstlers Alex Katz. Unbeirrt von den abstrakten Tendenzen der modernen amerikanischen Malerei geht Katz seit den 50-er Jahren konsequent seinen eigenen Weg und bleibt der realistischen, figürlichen Gestaltung treu. Und dennoch irritieren uns diese zunächst so einfach und klar wirkenden „Cutouts“ und geben Anlass dazu, die eigene Wahrnehmung der Wirklichkeit in Frage zu stellen.


Museum Moderner Kunst Kärnten • Burggasse 8 • 9020 Klagenfurt, Austria • ++43(0)50.536.34112 • office.museum@ktn.gv.at