fokus sammlung 06. ABSTRAKT. geometrie + konzept



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Meina SCHELLANDER
(*1946, Klagenfurt, A)



Meina Schellander arbeitet medienübergreifend an einem komplexen künstlerischen Œuvre, das der Realisierung von zeichnerischen, malerischen und fotografischen Konzepten, von skulpturalen Objekten und Rauminstallationen sowie der Kunst im öffentlichen Raum gilt. Kompromisslosigkeit und Perfektionismus haben zu einem Werk geführt, das durch Homogenität und Schlüssigkeit, durch Vielfalt und Gegensätzlichkeit charakterisiert ist. In Meina Schellanders Schaffen schließen sich Aspekte aus Kunst, Wissenschaft und Natur in einem gesellschaftspolitischen Kontext zusammen. Konzeptuelle Strategien, Vision, Intellekt und Emotionalität gehen eine gelungene Verbindung ein. Bezeichnend ist der Einsatz divergierender Materialien in unterschiedlichen Qualitäten, eine aufwändige, präzise Verarbeitung und eine daraus resultierende außergewöhnliche Ästhetik.

Die Arbeiten sind voller Gegenläufigkeiten: in Material, Form und Inhalt. Verschiedene formale und gedankliche Ebenen kreuzen sich, für die, so sagt es die Künstlerin selbst, „die Vielfalt der Gedanken der Auftraggeber ist“, dem sich die Künstlerin ganz und gar unterwirft. Dementsprechend sind die Ergebnisse – gleichsam Visualisierungen von subjektiven möglichen Denkmustern – Teil einer gedanklichen und tatsächlich gebauten Architektur, in der Kunst und Gesellschaft immer aufs Neue hinterfragt werden. „Ich baue, was sich bauen lässt, und stelle es in Frage“, sagt Meina Schellander.

Die Werke der Serie „Zeit-Land-Anteil“, aus der die Arbeit „Stoppelfeld. Innere Frequenz 17“ zu sehen ist, setzen sich aus fotografischen und grafischen Elementen zusammen. Einer Fotografie, die ein Motiv der ländlichen Natur in Nahaufnahme wiedergibt, ist eine abstrakte, geometrisch konstruierte zeichnerische Arbeit auf Papier zugeordnet. Die Kombination der beiden unterschiedlichen künstlerischen Techniken, deren kontrastierende Eigenschaften sich im visuell-ästhetisch Erfassbaren niederschlagen, erzeugt eine äußerst reizvolle Differenz. Im Arrangement von zwei Blöcken, die hart aneinanderstoßen, treffen die Formen und Inhalte unmittelbar zusammen. Kontrastreiche Strukturen ergänzen sich. Zwei Lebensaspekte – Natur und Intellekt – paaren sich. Innere Reaktionen auf äußere Bedingungen zeigen sich.

„FIGUR SIGMA / + - ORTSZEIT“ von 1997 gehört zu einer Reihe mit dem Titel „Raum/Figur“, die charakterisiert ist durch Materialkombinationen von Aluminium mit Nylon, Polyester, Gummi oder Stoff, die – bei perfekter Verarbeitung – zu einer eigenartig-spröden Ästhetik führen. Die jeweils spezifischen materiellen und formalen Eigenschaften erzeugen ein energetisches Potenzial, das sich in einem immensen Spannungszustand äußert. Formale und materielle Gegensätze erzeugen einen Diskurs, werkimmanent und mit den Betrachtenden.



© Christine Wetzlinger-Grundnig







Ausstellungsansicht "fokus sammlung 06. ABSTRAKT. geometrie + konzept", MMKK 2020, Foto: F. Neumüller

Meina Schellander, WOLKEN (ZEIT-HIMMEL-ANTEIL), 2006-08, Farbfotografie und Farbstiftzeichnung auf geleimten Papier auf Aluminiumplatte kaschiert in Acrylkasten, 181 x 121 x 6,5 cm, Courtesy Kunstsammlung des Landes Kärnten/MMKK, Foto: F. Neumüller

Meina Schellander, STOPPELFELD (ZEIT-LAND-ANTEIL) INNERE FREQUENZ 17, 2001/02, Fotografie auf Barytpapier, Bleistiftzeichnung auf Papier und Collage hinter Glas, gerahmt, 91,8 x 141 x 2 cm, Courtesy Kunstsammlung des Landes Kärnten/MMKK, Foto: F. Neumüller

Meina Schellander, Reise in eine Distanz und wieder zurück, 1989, Collage auf Papier hinter Acryglas, gerahmt, 77 x 177 cm, Courtesy Kunstsammlung des Landes Kärnten/MMKK, Foto: F. Neumüller




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