fokus sammlung 06. ABSTRAKT. geometrie + konzept


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Gerhardt Moswitzer

(*1940, Maria Lankowitz, A - 2013, Wien, A)


Gerhardt Moswitzer wird 1940 im weststeirischen Maria Lankowitz geboren. Von 1955 bis 1959 absolviert er eine Werkzeugmacherlehre und beginnt zugleich zu malen. Nachfolgend besucht er für zwei Jahre die Kunstgewerbeschule in Graz und fertigt erste Arbeiten aus Holz und Stein sowie zusammengestellte Holz-Eisen-Montagen. Der Künstler ist kein Freund uriger Materialien. Seine bevorzugten Rohstoffe sind in erster Linie Metalle, die harte und präzise Arbeit erfordern, welche der Künstler immerwährend selbst leistet.

In seinen Werken setzt sich Gerhardt Moswitzer häufig mit den Themengebieten des Körperhaften und Räumlichen auseinander. Durch die präzise Konstruktion von Räumen und Formen gelingt es dem Künstler, Arbeiten zu kreieren, die in sich eigene Spannungsfelder bilden. Diese Werke könnten in ihrer massiven Körperlichkeit nicht konkreter sein. Gerhardt Moswitzer hält wenig von der ungreifbaren Gefühlswelt. Seine Werke basieren auf reflektierten Überlegungen und Erfindungen. Die zentnerschweren Arbeiten stehen oder liegen fest in der gegenständlichen Wirklichkeit verankert − und doch scheinen sie durch ihre Präzision darüber hinausgehoben. Ursache dieses Erscheinungsmoments ist die bestechende mathematische Genauigkeit der Konstruktion.

So auch bei dem Werk „Kreisel + Raum“ von 1976/77. Die spitzkegelige Kreiselform entwickelt sich nach oben hin zu einem vierkantigen konischen Körper. Umgeben wird das Objekt von einem Gerüst, welches weniger stützt, als vielmehr dazu dient, einen Raum zu bilden. Dadurch wird der Kreisel aus der endlos fließenden Umgebung abgegrenzt und erhält als Raum bestimmender Körper eine größere Dominanz. Zugleich wird die Drehbewegung − das Kreisen um die eigene Achse – durch den Kasten als statisches Moment verstärkt hervorgehoben. Durch die Kombination von rostendem Stahl und Messing betont der Künstler auch die malerische Qualität der Materialien. Die verschiedenen Schattierungen der unterschiedlichen Stoffe werden durch ihre Zusammenstellung in den Werken Gerhardt Moswitzers häufig bewusst als Farbflächen eingesetzt.



© Mirjam Schmidt






Gerhardt Moswitzer, Kreisel + Raum, 1976/77, Eisen, Messing, Bronze, 233 x 157 x 157 cm, Courtesy Kunstsammlung des Landes Kärnten/MMKK, Foto: F. Neumüller




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