fokus sammlung 06. ABSTRAKT. geometrie + konzept


Da das MMKK aufgrund der aktuellen Situation derzeit geschlossen ist, möchten wir hier die teilnehmenden Künstler*innen der aktuellen Ausstellung mit ihren Werken in alphabetischer Reihenfolge vorstellen. Jeden Tag von Montag bis Freitag gibt es die Möglichkeit, eine neue Künstlerin oder einen neuen Künstler kennenzulernen.


Die hier angeführten Texte und Bilder dienen nur zur Information und dürfen nicht weiterverwendet werden!
Die bereits vorgestellten Künstler*innen finden Sie im Anschluss!




Cornelius Kolig

(*1942, Vorderberg im Gailtal, A)


Cornelius Kolig ist Konzept- und Objektkünstler, Maler, Grafiker sowie Bildhauer und zählt zu den umstrittensten Künstlerpersönlichkeiten unseres Landes. Er wird 1942 in Vorderberg an der Gail in Kärnten als Enkel des berühmten Kärntner Malers Anton Kolig und Sohn des Malers Thaddäus Kolig geboren. Von 1960 bis 1964 studiert er Geschichte an der Universität Wien und parallel dazu, von 1960 bis 1965, absolviert er eine Ausbildung an der Akademie der bildenden Künste in Wien bei den Professoren Josef Dobrowsky, Herbert Boeckl und Max Weiler.

Cornelius Koligs künstlerische Anfänge liegen in den 1960er-Jahren, in denen er in Wien bereits zur österreichischen Avantgarde zählte. Kunst ist für Cornelius Kolig von Beginn an aufs Engste mit existenziellen Erfahrungen und gesellschaftlichen Bedingungen verbunden. Die Kunst ist eine Form der Erkenntnis, der Künstler begreift sich als Forscher und Analytiker im sozialen und politischen Feld. Die Grenzen des traditionellen Werks werden gesprengt; die Kunst greift direkt ins Leben und der Betrachtende wird aktiv einbezogen.

So entwickelt Cornelius Kolig in den 1960er- und 70er-Jahren funktionsfähige Instrumente, sogenannte „Tactiles“ und „Reizspender“. Das sind unterschiedliche Gerätschaften, die in der aktiven Nutzung durch die Rezipierenden bestimmte körperliche Handlungsweisen provozieren, Reize simulieren, die die Wahrnehmung herausfordern und sinnliche sowie seelische Empfindungen erlebbar machen. Sie bestimmen das Werk des folgenden Jahrzehnts. Es werden Gegenstrategien zur Dominanz des Gesichtssinnes ersonnen und eine Ausweitung des Begriffs Plastik verfolgt. 1980 ist das Jahr des Baubeginns des „Paradieses“ in Vorderberg, einem Gebäudekomplex, der bis heute der Lagerung, Benützung und Präsentation der wichtigsten Arbeiten von Cornelius Kolig dient. Die hervorragenden Themenkomplexe erfassen die Totalität des menschlichen Lebens – von den Alltagshandlungen bis zu den Grenzerfahrungen mit Erotik und Gewalt – und dringen dabei auch in tabuisierte Bereiche vor.

Das Frühwerk von Cornelius Kolig ist geprägt durch die begeisterte Auseinandersetzung mit modernen Verfahren, Materialien und Erfindungen – wie Infrarot und Röntgen, Plexiglas und Polyester – und mit der Suche nach einer neuen Ästhetik sowie dem Bestreben, den Werkbegriff in Hinblick auf seine Benutzbarkeit auszuweiten. In diesem Zusammenhang entstehen Röntgengrafiken und -plastiken, Aeroplastiken und Pneumatische Skulpturen, Kunststoff- und Infrarotobjekte. Hier sind zeitlich und inhaltlich auch die zu besprechenden Werke anzusiedeln, die vor dem Hintergrund der Faszination durch moderne, neue Werkstoffe und ihre Möglichkeiten als Ergebnisse formaler und farbiger Experimente entstanden sind.


 


© Christine Wetzlinger-Grundnig






Cornelius Kolig, o.T., 1973, Bleistift auf Papier, koloriert, 48 x 65 cm, Courtesy Kunstsammlung des Landes Kärnten/MMKK, Foto: F. Neumüller

Cornelius Kolig, o.T., 1968, Eisen vernickelt, Polyester, Acrylglas, 50 x 54 x 42 cm, Courtesy Kunstsammlung des Landes Kärnten/MMKK, Foto: F. Neumüller

Cornelius Kolig, Durchdringung zweier Dreiecke, 1971, Eisen verchromt, Acrylglas, 53 x 88 x 70 cm, Courtesy Kunstsammlung des Landes Kärnten/MMKK, Foto: F. Neumüller

Ausstellungsansicht "fokus sammlung 06. ABSTRAKT. geometrie + konzept", MMKK 2020, Foto: F. Neumüller

Ausstellungsansicht "fokus sammlung 06. ABSTRAKT. geometrie + konzept", MMKK 2020, Foto: F. Neumüller




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