BILDER EINER LANDSCHAFT.
WOBRAZE KRAJINY. WOBRAZY KRAJINY. PODOBE POKRAJINE


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Raum 2


IRWIN (SI)







Die Arbeit mit dem Titel »Celovec« bilden zwei Fotografien eines Platzes in Klagenfurt. Die Stadt Klagenfurt/Celovec ist die Hauptstadt des österreichischen Kärnten/Koroška, ein historisches Gebiet mit slowenisch und deutsch sprechender Bevölkerung. Die Abbildungen von Klagenfurt sind beinah identisch, es wurden lediglich die deutschen Aufschriften von Geschäften und Lokalen gegen slowenische ausgetauscht. Mit einem minimalen Eingriff in das Foto, der auf den ersten Blick gar nicht auffällt, werden die Betrachtenden unwillkürlich zum Nachdenken über die komplexe Vergangenheit und Gegenwart dieses Gebietes angeregt, wie auch zum Nachdenken über die Möglichkeit einer anderen Realität und einer anderen Historie. Die Arbeit entstand für die Ausstellung Heimat/Domovina im MMKK, die von Christine Wetzlinger-Grundnig 2010 kuratiert wurde.


Das Projekt »NSK – Staat in der Zeit« widmet sich einem aktuellen Thema in Bezug auf die politische Situation Sloweniens, das vormals Teil der Sozialistischen Föderativen Republik Jugoslawien war. Dieser heute nicht mehr existente Staat nimmt seinen Platz in der Geschichte und im Bewusstsein des Einzelnen auch mittels visueller Elemente ein; eines davon sind Tourismus-Plakate, welche die Sehenswürdigkeiten Jugoslawiens mit Abbildungen von Natur- und Kulturdenkmälern propagierten. Dabei geht es um idealisierte und ästhetische Fotografien, wie wir sie auch aus der gegenwärtigen Tourismusreklame kennen. Die Mitglieder des Kollektivs IRWIN haben sich zu einer Intervention entschlossen und in den Plakaten die Aufschrift »Jugoslavija« mit der Aufschrift »NSK – država v času (NSK – Staat in der Zeit)« ersetzt. Dieser Staat entstand 1992 als Folge einer Transformation des NSK-Kollektivs als »abstrakter Organismus, ein suprematistischer Körper«, einer Bewegung des Geistes durch Projekte, die der Zeit folgen, wie sie das selbst beschreiben. Der Eintrag dieses nicht-territorialen Staates auf ikono-grafische Orte des einstigen Staates geschieht auf zwei Ebenen. Zum einen geht es um das Markieren der einst gemeinsamen Geschichte, die sich immer stärker auflöst, zum anderen führt das Projekt zu Überlegungen über ein utopisches Staatsideal in der Zukunft.


© Andreja Hribernik










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