fokus sammlung 06. ABSTRAKT. geometrie + konzept


 


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David MASE

(*1986, Klagenfurt, A)


Der Ausgangspunkt des künstlerischen Handelns von David Mase liegt in der Street Art, im Graffiti, das seine Arbeit (mal mehr, mal weniger stark) prägt. Es verbindet sich mit Fähigkeiten einer breit gefächerten Ausbildung, mit Kenntnissen des Grafikers und Designers, dem Wissen des Technikers, den Überlegungen des Architekten, insbesondere dem Interesse am Material und seinen jeweiligen Eigenschaften sowie an der Formgebung, am Konstruieren und Bauen.

Bei der zu besprechenden Arbeit handelt es sich um eine Assemblage aus der jüngsten Werkserie des Künstlers, in der er sich mit alltäglichen Industriematerialien und der Kontrastwirkung von heterogenen Oberflächen und Strukturen beschäftigt (und deren einzelne Werke David Mase zu raum- bzw. raumübergreifenden Installationen zusammenfügt, die ein abstrahiertes Landschaftsbild simulieren).

Die Arbeit „Yellow Star“ – ein komplexes installatives Objekt – besteht aus banalen Holzleisten und Dekorplatten, die entweder als Einzelteile verarbeitet oder zu größeren rechteckigen Körpern zusammenmontiert wurden. Insgesamt sieben Einzelobjekte weisen, bei unterschiedlicher Breite, die gleiche Länge von jeweils 125 Zentimetern auf und sind in einem regelmäßigen orthogonalen System vertikal zueinander, entweder Kante an Kante oder mit standardisierter Distanz dazwischen, an der Wand fixiert. Die mit Sprühlack und Acrylfarbe bemalten Stäbe und Platten ergeben in der Zusammenschau das Bild eines abstrakten geometrischen Musters. Einzelne Linien und Flächenkompartimente (auch ein ganzer Stab), die bewusst von Farbe freigehalten sind, geben den Blick auf das rohe Trägermaterial frei, das in seiner spezifischen Qualität als Werkanteil integriert wird. Die Abstände zwischen den einzelnen Holzelementen, die das Bildkontinuum vertikal durchschneiden, beziehen die tiefer liegende Wandfläche mit ein, die als regelmäßiger weißer Streifenrhythmus die Arbeit dynamisiert. Indem das farbige Flächenmuster über die Kanten der Holzteile fortgesetzt wird, erscheinen diese nicht nur als Teile eines größeren Zusammenhangs, sondern erlangen Eigenwert als gestaltete Körper. Es entwickelt sich ein vielfältiges Spiel aus einem dichten Gefüge von Material, Farbe, Struktur, Licht und Schatten, Fläche und Raum, das in unterschiedlichen Perspektiven durch immer neue Wechselwirkungen neue Relationen herstellt und das Werk, in minimalistischer Manier, zugleich zu einem erlebnisintensiven und komplexen Vehikel der Wahrnehmung sowie der analytischen Befragung bildnerisch-architektonischer Kategorien macht.


© Christine Wetzlinger-Grundnig






David Mase, yellow star, 2017, Sprühlack auf Holz auf Dreifachschichtplatte, 116 x 72 x 5 cm, Courtesy Kunstsammlung des Landes Kärnten/MMKK, Foto: F. Neumüller

Ausstellungsansicht "fokus sammlung 06. ABSTRAKT. geometrie + konzept", MMKK 2020, Foto: F. Neumüller




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