fokus sammlung 06. ABSTRAKT. geometrie + konzept


Da das MMKK aufgrund der aktuellen Situation derzeit geschlossen ist, möchten wir hier die teilnehmenden Künstler*innen der aktuellen Ausstellung mit ihren Werken in alphabetischer Reihenfolge vorstellen. Jeden Tag von Montag bis Freitag gibt es die Möglichkeit, eine neue Künstlerin oder einen neuen Künstler kennenzulernen.


Die hier angeführten Texte und Bilder dienen nur zur Information und dürfen nicht weiterverwendet werden!
Die bereits vorgestellten Künstler*innen finden Sie im Anschluss!




Peter Kogler

(*1959, Innsbruck, A)


Peter Koglers Anfänge liegen in den späten 1970er-Jahren in Innsbruck. 1983 übersiedelt er endgültig nach Wien und beginnt mit computergestützten Zeichenprogrammen zu arbeiten. Eine Ausstellungsbeteiligung bei der „Aperto 86“ auf der „Biennale“ in Venedig zieht erstes internationales Interesse nach sich. Die dort gezeigten Arbeiten – schwarzweiße computergenerierte Köpfe, mittels Siebdruckverfahren auf die Leinwand gebracht – machen bereits deutlich, dass der Computer die Motive zwar umsetzt, ihm darüber hinaus jedoch kaum Präsenz eingeräumt wird. Ohne Computer wäre Peter Koglers Werk tatsächlich weder machbar noch vorstellbar, eine Tatsache, die ihm das Attribut eines der weltweit bedeutendsten Medienkünstlers eingebracht hat.

Peter Koglers künstlerisches Œuvre veranschaulicht, dass sich der Künstler dieses Mediums bedient, weil es ihn in seiner Idee von der Umsetzung des Motivs im Raum unterstützt und seinen Visionen von einer virtuellen Welt entgegenkommt.

Peter Koglers Arbeiten sind längst Marke geworden. Dabei handelt es sich um einige wenige einfache und wiedererkennbare optische Zeichen, quasi Module, wie zum Beispiel die Ameise, das Gehirn oder die Röhre, die sich in verschiedensten seriellen Ausformungen und Perpetuierungen zeigen und Raum verschaffen. Letzteres aufgrund von Peter Koglers großem Interesse am Raumbegriff selbst und der Miteinbeziehung von Architektur in die künstlerische Arbeit. Diesbezüglich hat ein Los-Angeles-Aufenthalt im Jahr 1989/90 großen Einfluss, denn danach vollzieht der Künstler erstmals den Schritt zur Rauminstallation und begreift seine Arbeit als ein Agieren jenseits des klassischen Bildträgers und seiner Begrenzung auf einem nach allen Seiten hin offenem Feld.

1995 präsentiert Peter Kogler in der Wiener Secession eine Ausstellung in raumfüllender Dimension, die von der Kritik als „großer Wurf“ bezeichnet wird. Er wählt die Röhre, das formal klarste und einfachste seiner computergenerierten Module, als zentrales Motiv – wie er es kurz später auch in einer Ausstellung der Kärntner Landesgalerie wiederholt – und es gelingt ihm durch Überlagerungen und Überkreuzungen von dünneren und dickeren Röhrenteilen den Raum so zu bespielen, dass dieser in seiner originären Form kaum noch zu begreifen ist. Gleichzeitig betört und fasziniert die nüchtern-ästhetische Atmosphäre der Installation. Das eingesetzte Siebdruckverfahren auf Wandtapete – wobei das Trägermaterial variieren kann – ist zu diesem Zeitpunkt eine bereits bewährte Technik, der sich Peter Kogler bis heute bedient.

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© Renata Šikoronja






Ausstellungsansicht "fokus sammlung 06. ABSTRAKT. geometrie + konzept", MMKK 2020, Foto: F. Neumüller

Ausstellungsansicht "fokus sammlung 06. ABSTRAKT. geometrie + konzept", MMKK 2020, Foto: F. Neumüller

Peter Kogler, Röhre, 1994, Siebdruck auf Leinwand, 112 x 232 x 4 cm, Courtesy Kunstsammlung des Landes Kärnten/MMKK, Foto: F. Neumüller

Peter Kogler, o. T., 1997, Siebdruck auf Leinwand, 60 x 60 x 4 cm, Courtesy Kunstsammlung des Landes Kärnten/MMKK, Foto: F. Neumüller




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